Laos
Am 12. Januar 2026 wurden wir pünktlich um 6 Uhr früh in Dien Bien Phu abgeholt. Im Bus nach Laos waren wir lange Zeit allein. Später stiegen wie überall Passagiere mit Waren zu. Der Grenzübergang nach Laos verlief dank unseren Visa im Pass, gelöst in Da Nang, reibungslos.
In Muang Khua stiegen wir aus und machten uns zu Fuss auf die Suche nach einem geeigneten Hotelzimmer. Im Chalern Souk am Fluss Nam Ou wurden wir fündig. Für 2 N bezahlten wir 500 000 Kip. Das Zimmer war leider ein bisschen nüechtelig, dafür die Lage schlicht super. Es hatte gratis Café, Tee, Wasser und erst noch eine Terrasse mit Blick auf den Fluss. Auf der Dachterrasse durften wir sogar die Waschmaschine benützen. Lustigerweise waren zur selben Zeit gleich 3 Parteien aus der Schweiz im Hostel einlogiert, die Schweizer gehen einfach gerne in die Berge. Die Temperaturen in der Nacht waren angenehm kühl, tagsüber angenehm heiss. Die extrem laute Musik, die frühmorgens über die Dorflautsprecher dröhnte, war sehr gewöhnungsbedürftig. Da wir kein Wort verstanden, wussten wir nicht ob da irgendwelche buddhistischen Texte gelesen wurden, oder evtl. auch nur die lokalen Nachrichten.
Laos war noch einmal ein Schritt weiter in die Vergangenheit. Die demokratische Volksrepublik mit rund 8 Millionen Menschen, entspricht in etwa 6-mal der Grösse der Schweiz. Die durchschnittlich sehr junge Bevölkerung mit ihren 47 ethnischen Volksgruppen lebt zu 2/3 in der fruchtbaren Ebene des Mekong, wie auch in den Gebieten rundum der Hauptstadt Vientiane. Wir bereisten abgesehen von einem kurzen Abstecher nach Luang Prabang vor allem den Norden. Die Sprachfamilie der Bergvölker ist die Tibeto-birmanische, diese Völker besiedeln das Land zwischen 800 m bis 1600 müM. Wir erlebten die Laoten als sehr ruhig, bedächtig wie auch friedfertig. Die zurückhaltende respektvolle Umgangsart war für uns Reisende sehr erholsam und angenehm.

Am 1. Tag Spazierten wir Richtung Wasserfall und über die Hängebrücke wieder retour. Auf dem Rückweg degustierten wir bei einer alten Frau am Strassenrand einen in Bananenblättern eingewickelten roten Reis, eine lokale Süssigkeit mit Cocos Splittern und Zucker garniert. Jammi. Im Sabaidee Restaurant mit Blick auf den Fluss Nam OU, assen wir bei stimmiger Musik zu Abend. Dort speist man, ob abends oder zum Frühstück sehr gut. Am nächsten Tag wanderten wir ausgiebig Richtung Damm. Bewunderten die traditionell geflochtenen Bambuswände der Häuser, die Bambusbrücken, Bambuswasserkanäle sowie die Bambuszäune. Nach einer vierstündigen Wanderung bei relativ grosser Hitze waren wir recht k.o. 
Dank dem Tipp von Matt und Melody aus Scotland buchten wir unsere Weiterfahrt mit dem Boot nur nach Muang Ngoy. Der 1. Teil der Flussfahrt, war eher unbequeme. Für ca. 4 1/2 h sassen wir zusammengepfercht auf Holzbrettern und als das Boot voll beladen war, wurde unterwegs noch ein Mofa mit Kleinfamilie und Gepäck dazu geladen. Der Wasserpegel war nicht weit vom Bootsrand entfernt. Im 2. Teil der Flussreise hatten wir richtige Sitze mit Rückenlehnen, was natürlich viel angenehmer war. 
Der Aufenthalt vom 16.1. – 19.1 in Muang Ngoy war super schön. Wir verbrachten 2 interessante Abende mit Ron und Rian aus Holland. Unser Bungalow im Lattanavongsa Guesthouse war ein angenehmer Rückzugsort, da das Bungalow in einer Minigartenanlage lag und staubfrei war, was für Laos etwas heisst!

Wir genossen eine ausgiebige Wanderung über Ban Na nach Houay Bo, wo wir in einem wunderbaren Familiebetrieb zu Mittag assen sowie Tücher und Armbänder zur finanziellen Unterstützung kauften. Unterwegs war es unglaublich idyllisch. Wir sahen Wasserbüffel, Reisfelder, die Sonne schien, am Horizont majestätische Berge, schlicht himmlisch. Beim Abendessen spielte zusätzlich noch spontan ein einheimischer Musiker ein lokales Saiteninstrument.

Die nächste Wanderung führte uns zuerst Richtung Ban Na, diesmal zweigten wir jedoch vorher nach Houay Sen ab. Der wieder ca. 4h dauernde Ausflug war noch schöner als am Vortag.

Am 19.1. bestiegen wir das Boot nach Nong Khiao. Dank einem kanadischen Ehepaar, die bereits einmal hier waren, fanden wir einen sonnigen Bungalow im Sengdaw Restaurant and Guesthouse. Unterwegs lernten wir Marcel aus Samstagern kennen. Sich wieder einmal ausführlich auf Schweizerdeutsch auszutauschen war sehr gemütlich. Da wir ein wenig Reisemüde waren, ruhten wir den ganzen Tag aus. Ein kleiner Spaziergang führte uns zum lauschigen Lunch Thai Restaurant.
Am 21.1. fuhr der Bus nicht um 10 Uhr, sondern um 11 Uhr. Mein Platz im Bus war vorne neben dem Fahrer, im Gegensatz zu Martin der hinten sass, sah ich praktisch alles. Wen wunderts, die Fahrt dauerte natürlich 5.5 Stunden anstatt der angekündigten 4. Frage ist eher, warum wundert uns dies überhaupt noch?
Die Strassen in Laos sind sehr schlecht, das Reisen muss ein wenig verdient sein.
Bei der Ankunft in Luang Prabang nahmen wir ein Tuk Tuk um ins Vijayvanh Guesthouse zu gelangen. Dieses Guesthouse liegt so zentral, dass man alle Sehenswürdigkeiten zu Fuss besuchen kann. Um die Ecke unten am Fluss liegt die Jungala Lounge, nach einem feinen Lunch assen wir auch dort zu Abend. Abgesehen von 4 lärmigen jungen Kerlen im Nachbarzimmer war der Aufenthalt sehr schön.
Noch am Ankunftstag erstiegen wir die 100m zur höher gelegene Tempelanlage That Chomsi. Bei idyllischem Sonnenuntergang mit Sicht übers Land begegneten uns die erste Horde extrem lauter chinesischer Touristen. Sehr gewöhnungsbedürftig.
Auf Anraten von Marcel besuchten wir bereits frühmorgens den Kaiserpalast. Erstens hatte es praktisch keine Touristen, war noch kühl und auf dem Markt konnte man noch gemütlich durch schlendern. Später am Vormittag überfluteten X tausende chinesische Touristen die Stadt. Die neue Eisenbahn, die von China bis Süd Laos fährt, ist schnell und bringt die Menschen in kürzester Zeit nach Laos. 

Wie so oft mieteten wir ein Mofa, um ein wenig zur Stadt raus zu kommen. Diesmal fuhren wir an einen kleinen Wasserfall Namens Nam Dong Park, assen inmitten des fliessenden Flusses einen feinen Lunch, überquerten eine Hängebrücke und genossen Blumen, Bäume und Schmetterlinge.
Am 24.1. bestiegen wir den super bequemen chinesischen Zug von Luang Prabang nach Nateuy. In Nateuy stiegen wir auf einen lokalen Bus um. Obwohl die Fahrt nur gerade 1 Stunde dauerte, waren wir bis auf die Knochen durchgeschüttelt. Martin der arme Kerl, schlug bei jedem Schlagloch oben an der Decke seinen Kopf an. Für die eher kleinwüchsigen Einheimischen alles kein Problem. Sie plauderten, lachten, sassen improvisiert am Boden, das Gerüttel kümmerte sie null und nichts. 
In der Eco Phou Iu hatten wir dank den Tipps von Oriana und Sabrina aus der Schweiz einen schönen Bambusbungalow reserviert und buchten gleich eine 3-tägige Tour in den Regenwald.
Am 26.1.26 startete unsere Trekking-Tour mit unseren drei Guides Son, Phomee und Nalan.
Zuerst kauften wir für 3 Tage mit Son und Phomee auf dem Markt viel frisches Essen ein. Die Weiterfahrt mit dem Tuk Tuk Richtung Thase (dem Dorf von Nalan) dauerte ca. eine Stunde. Phomee wurde mit dem Tuk Tuk inkl. 2 Kajaks und Proviant weiter nach Flussaufwärts gebracht. Später am Tag half er uns mit den Kajaks beim Rivercamp über den Fluss.
Lange Zeit wanderten wir durch Kautschukplantagen bergaufwärts. Oben auf dem höchsten Punkt angekommen, bereiteten uns Son und Nalan einen wunderbaren Lunch mit gebratenem Fisch zu. Alles wurde liebevoll auf einem mit Bananenblättern abgedeckten Tisch drapiert. Auf den Blättern hatte es essbare Ameisen die nach Zitrone schmeckten. Son ass sie als Delikatessen, wir begnügten uns mit Zuschauen.
Unterwegs erzählte uns Son einiges vom Wissen das ihn seine Eltern gelernt hatten. Z Bsp. die riesigen Elefantenohr Blätter als Malariatest. Wenn du sie kochst und sie sind süss, dann hast du Malaria, falls sie bitter schmecken hast du keine. Diagnose stellen mit Hilfe der Natur. Natürlich gab es auch blutstillende Blätter, dieses Wissen wurde jedem Kind um sich selber helfen zu können beigebracht. Dann gab es im Dschungel Kilo weise wild wachsenden Kardamon. Dieser ist für die Bergbauern eine wunderbare Einnahmequelle. Die Laoten exportieren diese Sack weise nach China, wo die Nachfrage sehr hoch ist. Dann ging es sehr steil runter Richtung Fluss. Das Klima war tropisch feucht, man spürte und roch den Regenwald.



Phomee half uns mit dem Kajak über den Fluss, so konnten wir unsere Schuhe anbehalten.Das Hüttchen war sehr spartanisch eingerichtet, beinhaltete jedoch alles was es brauchte. Mückennetze, zwei Feuerstellen, frisches Wasser. Es gab u.a. Ratan zu essen, dieses kann ähnlich wie Bambus als Gemüse gekocht werden. Der Klebreis (sticky rice) wird in einem geflochtenen Körbchen gekocht und darf weder zum Frühstück, Mittagessen noch zum Abendessen fehlen. Die 3 Guides schnitzten und ritzten uns Trink Becher und Essstäbchen aus Bambusrohren. Wir tauschten am Feuer unter Sternenklarem Himmel Geschichten aus, unbekannte Nachtgeräusche umrahmten die Dschungelatmosphäre. Wir waren Alle froh früh schlafen zu gehen. Unser Bett war ein Schlafsack mit einer 2mm dicken Isolationsmatte auf einem harten Tropenholzboden. Dafür hatten wir dank des Moskitonetzes weder Mücken noch sonstige krabbelnde Tierchen die uns das Leben schwer machten. Also schliefen wir super.

Am 2. Tag gings durch den wunderschönen Wald weiter, über Felder nach Nalan Neua. Dort beherbergte uns eine im Turnus vom Dorf gewählte Familie In ihrem Homestay. Wir kriegten einen von geflochtenen Bananenblättern abgetrennten Raum für uns allein. Wir wurden voll im Dorfleben integriert und durften ein paar ihrer Bräuche kennenlernen. Es wird immer wieder von neuem von der Gemeinschaft bestimmt, wer jeweils die Touristen beherbergen darf. Auch die Ämter die einen Zusatzbatzen geben wie Reis stampfen, Armbrust schiessen, tanzen etc. werden immer wieder gerecht verteilt. So kriegt jeder vom jeweiligen Tour Geld einen Batzen, plus noch das Dorf im Ganzen.
Im Dorf hatte es einen Schamanen, der leider nicht da war. Auch einen Dorf Chef, der falls es Streitigkeiten gibt, die Streithähne trennt. Bei Gewalt wie auch riesigen Ehekrächen, müssen beide Parteien getrennt leben, bis sich entweder die schlechten Gewohnheiten verändert haben, oder die Partner wieder gewillt sind friedlich miteinander zu leben. In Dörfern wie diesem, lebt man quasi öffentlich, solche schlechten Vibes würden alle mitkriegen und dies belastet eine Gemeinschaft. Kein schlechtes Modell. 

Am 3.Tag wurden wir von der Gastfamilie vor dem Frühstück in einem Ritual gesegnet, dann gab es auf einem Bodentisch in der Küche ein lokales Frühstück. Nach einem herzlichen Abschied bestiegen wir mit unseren Guides die beiden Kajaks und floateten durch den Dschungel über kleinere Stromschnellen entlang den unglaublich schönen uralten Bäumen auf dem Fluss talwärts. Unterwegs auf einer Landzunge genossen wir noch ein letztes Mal einen auf Bananenblättern zubereiteten gemeinsamen Lunch. Ein Songthaew Taxi holte uns ab und die Zivilisation hatte uns wieder. 
Am nächsten Tag genossen wir mit Ausschlafen, Waschen, Sein einen ruhigen Morgen. Ab 11.30 begann auf dem Nachbargrundstück die Hochzeitsfeier von Noys Bruder. D.h. Discomusik in Dezibel höhen, dass einem die Ohren schmerzten. Uebrall wo wir hinkamen, beschallten sich die Menschen mit einer Dezibel Stärke, dass es einem Angst und Bange wird für die kleinen Kinderohren. Da wir auch eingeladen waren, machten wir dem Brautpaar unsere Aufwartung, steckten den Umschlag mit Geld in die bereitgestellte Box und wurden gleich am ersten Tisch von einem Herrn abgefangen und bestens bewirtet. Besagter Herr führte Iris später zum traditionellen Kreistanz. Mit langsamen Schritten und einander zugewandt, dann eine ¼ Drehung und es ging endlos im Kreis weiter.
Am nächsten Tag hiess es von Noy Abschied nehmen. Es wartet immer noch viel Arbeit auf sie, da die Bungalows nach einem Dammbruch im 2024 von riesigen Wassermengen überflutet wurden. Alle Bambushäuschen lagen bis 1.5m tief im Wasser. Die Umgebung wie auch der Pool mussten wieder neu gebaut und aufgeräumt werden.
Dann ging die Reise am 30.1. weiter bis an die Grenze von Thailand. Für eine Nacht logierten wir im Riverside Hotel in Houay Xay, hatten eine lustige Begegnung mit Conny und Stefan aus der Schweiz, ehemalige Segler die wie wir das Schiff in Australien verkauften und nun über Land auf dem Heimweg waren. Wir buchten für den nächsten Morgen ein Shared Taxi mit Minivan Anschluss nach Chiang Rai. Auf diese Art verlief der Grenzübergang einmal mehr reibungslos. Wir wurden noch nie auf einer Reise gefühlt so viel registriert. Immer wieder fotografiert, alle Fingerabdrücke, plus einscannen der Passports.
Infos: Für 1 Chf kriegt man 40`000 Kip.
Die Simkarten fürs Telefonieren inkl. Daten gab es im Dorfladen.
Kriminalität null. Wir kommen wieder.
Die meisten Hotels buchten wir mit Boking.com. Einige wie früher zu Fuss um vor Ort zu schauen, ob es uns gefällt. Meist waren jedoch die Internetinformationen so ausführlich, dass wir unsere Wunschliste abhacken konnten.
