Neukaledonien

Neukaledonien erreichten wir anfangs September 2018 von Fiji.

5100 BourailGeografisch gehören die Inseln zu Melanesien. Vorläufig sind sie jedoch noch unter der Territorialhoheit des französischen Staates. Wir wussten bereits, dass Neukaledonien strengere Einklarierungsbedingungen hat, als die anderen Ueberseegebiete von Frankreich. So légère wie jedoch z. Bsp. Martinique, Guadeloupe oder auch in den Société Inselgruppen wurde es hier nicht gehandhabt. Im Gegenteil, die strengen Massstäbe sind wie in Australien. D.h. keine Frischware und im Gefrierschrank nur Original abgepacktes Fleisch. Das Basilikum flog samt Erde in den mitgebrachten grossen Kehrichtsack und unter vielen bereits gut einstudierten Entschuldigungen wanderten diverse Goodies in die Verbrennung. Iris hatte wohlweislich die rettende Jacke auf den Topf mit Aloe Vera gelegt, bis Australien wird diese Pflanze uns noch begleiten.

 


5101 PoomIn Port Moselle ist es praktisch unmöglich einen Marina Platz zu erhalten. Die Marina wird nach dem Motto bewirtschaftet: wer zuerst kommt kriegt den Platz . Da blieb uns nichts anderes übrig als hinter dem grossen Bojen Feld in Nouméa den Anker in ca. 12m zu schmeissen und mit dem Dinghi an Land zu fahren. Für die Schiffsinspektion erhielten wir einen Termin für den nächsten Tag um 15h und mussten ans Quarantänedock. Der Zoll marschierte zu 4 mit schwarzen Schnürstiefeln auf, von Ferne hätte man meinen können, dass mindestens ein Drogenring aufgeflogen ist. Na ja, die guten Lebensmittel einfach so verschwinden zu sehen, tat dann doch ein wenig weh. Wir liessen uns mit der Begründung, dass es hier immerhin noch ca. 80% endemische Pflanzen gäbe, ein wenig trösten und nahmen uns vor, dass uns dies in Australien nicht mehr passieren würde.
Bereits von weitem erblickt man die typischen steil in den Himmel ragenden Bäume aus der Familie der Araukarien Gewächse. Majestätisch und märchenhaft schmücken sie so manchen Küstenabschnitt. Dazwischen die diversen Narben der Nickelgewinnung, riesige Gebieten mit rost-bis tiefroter Erderosion.  
Endlich wieder einmal Ankommen. Unterwegs auf See hatten wir entschieden Vanuatu auszulassen, nach dem Motto: weniger ist mehr. Zumal das Einklarierungsprozedere Energieaufwändig und oft auch kostspielig ist.

5102 Wala VersammlungshausWir hatten gut entschieden. Als wir ankamen, erhielten wir von Rita und Franz den elektronischen Cruising guide von Neukaledonien, das Touristenoffice, wie auch die Informationen von Noëmi,  halfen sofort eine grosse Menge von Besichtigungs- und Besuchswünsche zu kreieren.
Wir entschieden uns noch einmal so richtig die Segle zu hiessen und die Insel der Westküste rauf bis in den Norden, über die Loyalityinseln wieder runter in den Süden zu umsegeln. Wir waren viel unterwegs, es hatte sich gelohnte. Wir kriegten einen stimmigen Quereindruck von Neukaledoniens Vielfalt.
Am 9.9. segelten wir zur Ile Isie, ein lauschiger einsamer Ankerplatz mit viel Weite und Sicht auf die Hauptinsel. Am nächsten Tag suchten wir Baurail auf, dies hatte uns Noëmi schmackhaft machte da sie in Gedanken natürlich bereits mit uns in Neukaledonien war.  Eine eindrückliche bizarre Landschaft.  Rötliche Felsen umrahmt mit den stattlichen Araukariengewächsen von denen 18 endemisch sind.
Die Bucht war gegen den Morgen wie erwartet sehr schwellig  so liefen wir beizeiten gegen Koumac aus. Ankerten hinter dem kleinen Yachthafen, genossen im lokalen Restaurant eine Gourmetküche. 2 Schulklassen waren im Yacht Club in den Ferien und durften sich unter Anleitung das Catsegeln, rudern und baden kennen lernen. Die Köchinnen und Begleiterinnen sammelten Muscheln, ansonsten sassen sie palavernd auf ihren Bastmatten unter schattigen grossen Bäumen. Die Urbevölkerung der Melanesier oder Kanaken bilden in einem Anteil von ungefähr 44% der Bevölkerung zwar eine Minderheit, trotzdem prägen sie überall das Bild mit ihrer liebevollen Herzlichkeit sowie durch die fast schwarze Hautfarbe. Iris spazierte zum Dorf und genoss die Bewegung, während Martin auf dem Schiff wieder einmal die Seele baumeln liess.
Der nächste Ankerplatz bei Poom war vorallem wegen der märchenhaften Inselumgebung schlicht einmalig. Südseestrandidylle hiess uns willkommen. Am Wegrand stand ein kleines extra für uns hingestelltes Tischchen mit reifen Früchten zum Kaufen.

Hi5103 Walaer sahen wir das erste Mal die einheimische Hüttenbauweise.
In der Baie de Walet auf  Ile d’Art, der nördlichsten Insel,  blieben wir 2 Nächte und liessen uns mit einheimischem Essen verwöhnen. Hier leben praktisch nur Kanaken.  Als erstes warteten wir beim Dorf Chef mit Geschenken auf und kriegten die Erlaubnis die Insel zu besichtigen. Wir waren froh, dass wir keine Savu Savu Zeremonie mitmachen mussten.  Durch ihn erfuhren wir, welche einheimische Frau gerne Fremde bekocht und damit einen Batzen an den Lebensunterhalt  verdient. Wir vereinbarten mit ihr ein Mittagessen für den nächsten Mittag, da wir abends das Boot am Abend nicht gerne allein liessen.
Währendem wir das Dorf besichtigten kamen uns auf der Naturstrasse  ganz viele Dorfbewohner ausgangsfreudig entgegen.  Es war Freitag, Kawa trinken und Bingo spielen ist nur über das Wochenende erlaubt. Die ca. 30 Chiefs der Insel führen ein klares Regiment.
Am nächsten Tag erwartete uns ein Riesenmenue mit frisch gefischtem Fisch, Muschelfleisch, Gemüse und Kartoffeln aus dem eigenen Garten, dies alles war am Familientisch bereits vorbereitet.
Am Nachmittag liess es sich Iris nicht nehmen, ein wenig Bingo mitzuspielen. Ueberall auf dem Boden waren die traditionellen Bastteppiche ausgebreitet, wo mehrheitlich  jüngere spielende Frauen sassen und die Kinder spielten irgendwo dazwischen geduldig wartend miteinander. Der Einsatz pro Karte war 50Rp, die Gewinnhöhe wird durch die Anzahl der Mitspieler bestimmt.
5104 MakreleNatürlich wären wir wie so oft am Liebsten noch länger dort geblieben. Die Ankunft von Noëmi und Karin nahte, so entschieden wir uns, die Segel zu hiessen und nach einem Nachtstopp auf der Iles Temaye, wo wir von Fischern mit frischen Fisch beschenkt werden wollten. Dankend lehnten wir ab, hatten wir doch selber unterwegs einen metrigen Fisch mit 4kg Fischfiletvorrat gefangen. Die Menschen hier im Norden waren mehr oder weniger nur Kanaken, schwarz wie die Nacht, oft Kraushaare und so lieb, dass man am liebsten bleiben möchte.

5105 Seestern

Dann segelten wir mit einem kurzen Abstecher über das Südseeatoll Ouvea, runter in die Anse Majic, wo wir 5 ruhige Tage an einer Boje verbrachten. Eine kleine Wanderung über die rote Erde brachte uns hoch zum Leuchtturm, Erholung pur.

 

 

 

5107 Mutter und Tochter

Am 28.9. kamen Noëmi und Karin am internationalen Flughafen an, ein inniges Wiedersehen, ist doch immer wieder schön Familie an Bord zu haben.


Wir hatten Glück und erhielten in der Port Moselle Marina einen Platz, so konnten wir die jungen Frauen mit dem Mietauto abholen, einkaufen, Landausflüge geniessen und was wunderschön war,  mit Noëmi ihren 26. Geburtstag in einem feinen Restaurant feiern.
Obwohl die Sonne im Windschatten uns sehr schnell erwärmte, durchdrang der kühle Südwind doch alle Kleider und kühlte uns sehr schnell aus. Die Entscheidung in Richtung der heissen Quellen in Prony zu segeln war schnell gefällt. Obwohl die Wolkenfetzen überall grau und ungemütlich herunter hingen, waren die Ankerplätze mit ihren satten Grünumrandungen und der roten Erde ein erfreulicher Kontrast. Sobald die Sonne nur 10 Sekunden hervorschaute wurde es einem nicht nur ums Herz wärmer. Eine kleine Wanderung und am Nachmittag einen Ausflug zu den warmen Quellen war so abwechslungsreich, dass wir alle am Abend bereits früh bei der Ile Casy in einem kleinen Naturreservat ins Bett sanken.
A5110 Port Koube Nautilusm nächsten Morgen klärte sich langsam der Himmel auf, die Südseeidylle war überall sichtbar. Noëmi, Karin  und Iris machten zu Fuss die Inseltour unter der Führung von Noëmi. Nachdem wir einige extra grosse Spinnen sahen, übernahm Noëmi schützend die Führung und tastete sich Meter für Meter mit einem langen grossen Stecken quer über die Insel,  was die Lachmuskeln der ganzen Gruppe fast bis zum Muskelkater strapazierte.
Leider war der Wind entweder gegen uns oder viel uns in den Rücken. Beide Varianten zwangen uns relativ oft den Motor zu benützen. Auf dem Weg nach Port Koube kamen wir in der Baie Quara vorbei, die Fahrt innerhalb des Riffs ging sehr nahe am Land entlang. Eine wunderschöne Gegend, endlich war die Sonne mehrheitlich da, Strandaufenthalte, die diversen Korallengärten er schnorcheln, einen Spaziergang durchs Dorf rundete die Ferienstimmung ab.


5109 Wir gehen schnorchelnFür die letzten Tage setzten wir noch auf die Ile des Pins über, wo uns die nächste Ueberraschung erwartete. Die vielen Wasserschlangen, die an Land gespült wurden waren nicht sehr beruhigend.
Vor allem durch das Wissen, dass in Biss tödlich sein kann und nur noch 20 Minuten verbleiben würden. Zum Glück sind die eigentlich wunderschönen Schlangen scheu und haben einen kleinen Kiefer, der für uns Menschen nur zwischen den Schwimmhäuten tödlich sein kann.
5111 Kuto Südseeidylle

Die idyllische herzliche und innige Zeit im Süden mit Noëmi verflog viel zu schnell. Auch mit Karin war es sehr schnell unkompliziert und die beiden jungen Frauen waren für uns eine erfrischende Abwechslung in unserem Bordleben.
Am 13.10 flogen sie wieder in die Schweiz.

 

Wir bunkerten das Schiff voll und tuckerten bevor der starke Wind kam raus auf  Ilot Maitre. Dort wurden wir von Blue Bie und Quo Vadis zu einem wunderschönen Schweizerabend eingeladen.


5114 Rita Franz

Am 15.10 kamen Rita und Franz mit der Fähre auf Ilot Maitre an. Ein paar Tagen genosseen wir Vier gemütliches Sein, gab es doch all die Neuigkeiten auszutauschen, Rita und Iris genossen die farbige Unterwasserwelt, während dem Franz sich die letzten theoretischen Details für den Hochseeschein aneignete. Dann setzten wir zum Bunkern nach Noumea über. Kaum waren wir am Anker, kamen Geniet Lew vorbei und machten uns das Chesterfield Reef so richtig schmackhaft. Obwohl die Windverhältnisse absolut dagegen sprachen, entschieden wir uns trotzdem dieses scheinbar einzigartige Reef auf dem Weg nach Southport Australien zu besuchen. Das hiess viele Meilen Motoren. Als wir ankamen, waren Geniet Lew schon dort und bald danach trudelten noch 2 Boote ein.

 

 

5115 schlafender blinder PassagierDie ganze Umgebung war einzigartig. Bereits unterwegs staunten wir ab den farbigen Blinden-Vogelpassagieren. Im Reef gab es Tausende in Kolonien. Wenn wir zu nahe zu den Nestern oder zu der Brut kamen, wurden die Vogelmütter leicht gereizt, ansonsten erinnerte uns das Szenario an den Film „die Vögel“ von Hitchcock. Unglaublich. Auch die Riesenschildkröten machten sich mit langen Schleppspuren auf den beschwerlichen Weg ihre Eier zu legen und zu guter Letzt erfreute uns die einmalige Korallenvielfalt bis ins Innerste. Endlich einmal gesunde Korallen soweit das Auge reichte, in allen Farben, Riesenmuscheln, Seeschlangen, farbige Fische sowie glasklares Wasser Am zweiten Abend luden die Crew von Golden Glow zum gemeinsamen Kinoabend auf Deck ein. Alle Variationen von Sitzgelegenheiten, Popcorn, Decken waren vorhanden. Die Crews von 4 Schiffen genossen einen gemeinsamen geselligen Abend in der Mitte des Pazifiks.

5116 Weibchen mit JungemAm nächsten Tag tuckerten wir in den Süden des Reefs,  der Südseetraum jedes Seglers wurde einmal mehr wahr. Da staunten sogar wir, die in den letzten Jahren doch so einiges an Idylle erleben durften.
Dank dem Wetterverhältnis „mussten“ wir 5 Tage dort verbringen. Nur Motoren wollten wir dann auch wieder nicht.
5117 RiesenmuschelDie ersten 24 in Richtung Southport hatten wir flache See und null Wind. Dann frischte es relativ schnell auf, die Wellen kamen aus verschiedenen Richtungen zusammen und kreierten dadurch eine unruhige See. Diese zwang dann unsere Besuchercrew kurz mal in die Knie. Zum Glück dauerte dieses Geschüttel nur 24h, die letzten Meilen und Stunden auf hoher See waren wieder alle purlimunter auf Deck und gemeinsam liefen wir in der Nacht in Southport Australien ein. Das Einklarieren begann am Morgen um 9Uhr mit der Biosecurity, es hatte sich gelohnt, dass wir alle Betten, Schränke offen und zugänglich, sowie jedes Stückchen Holz schön ausgebreitet bereit hielten. Wie überall erleichterte auch hier die Essensliste den Ablauf und alles ging sehr effizient und problemlos über die Bühne. Kostet doch jede 15 Min Extrazeit 30$. Ein paar Stunden später kamen die Bordercontroll Ladys, unkompliziert ein paar Formulare ausfüllen und wir waren einklariert. Das Ganze kostete uns 275$, dies war inklusiv Verbrennen vom nicht zur Einfuhr erlaubtem Material.
Am nächsten Tag mussten Rita und Franz den Heimflug nach 3 Wochen antreten, wir werden uns jedoch bereits Mitte Dezember wiedersehen und gemeinsam mit Isabelle und Damian einen Monat lang Australien erkunden. Bis dahin werden wir uns mindestens einen Monat lang mit Bootsarbeiten rumschlagen. Wir sind zuversichtlich, da Boatworks Coomera eine der professionellsten Boatrepair-Plätze ist. Mehr davon später.

Fiji

Bula Bula

Immer noch traurig, dass wir kein Dinghy mehr haben motoren wir nach Ha’apai. Dort erwartet uns Andrew von ICandy, den wir bis jetzt nur über das Cruisernet 6209 oder auf Canal 16 akustisch kennen gelernt haben. Er liegt gemeinsam mit Ocean fever gut geschützt hinter der Hafenmauer im seichten Hafenbecken. Andrew bringt Martin an Land um auszuklarieren und Iris bleibt an Bord, da der Wind unberechenbar stark ist. Um 6pm laufen wir gegen Westen aus.
Die erste der 332 Inseln die aus dem tiefen Blau herausragt ist Cahau Vau. Leider dürfen wir bei der Lau-group keinen Zwischenhalt einlegen, wie überall muss zuerst am Port of entry einklariert werden. Über 50% der Bevölkerung von Fidschi besteht aus Melanesier mit polynesischem Einschlag. Ca 38% aus Indern. Amtssprache ist Fidschianisch, die zu den austronesischen malayopolynesischen Sprachen zählt, Fidschi, Hindi wie auch Lauanisch und Rotumanisch. Leider wurde auch hier in der Kolonialzeit geplündert, kaum mehr sind Sandelholzvorkommen sichtbar. Die Melanesier, wie auch die Aborigines sind die einzigen dunkelhäutigen Ethnien mit blonden Haaren.
5050 Suva Market

 Wir peilen die Hauptstadt an, in der Hoffnung dort so rasch als möglich ein Dinghy kaufen zu können. Nach 280 SM erreichen wir wohlbehalten Fidschi.  Die Einklarierungsprozedere geht dank einer von uns auf der Hinfahrt aktualisierten englischen Lebensmittelliste kurz über die Bühne. So ersparten wir uns und den Offiziellen das mühsame Schrankdurchsuchen.
Der Royal Yacht Club kommt uns mit einem Boot an Land holen. Zu Fuss gehen wir die paar Minuten bis in die Stadt, wo wir als erstes eine Telefonkarte mit Data kauften. Fidschi hat ein Superangebot: 25GB Internet, gültig einen Monat und dies für nur 25 Fitschi$. Herrlich wieder einmal nach Lust und Laune online zu sein.

 


5051 Inselfest in der EinstellhalleIn der Stadt zeigt uns eine Einheimische, wo man gut essen kann. Überraschenderweise war im selben Gebäude im ersten Stock der Einstellhalle von einer Insel reserviert, dort wurde gesungen und Spenden gesammelt. So wurden wir bereits am ersten Tag Zeuge von Fidschikultur. Leider können wir weder die freundliche Einladung mit ihnen (auf der Bastmatte am Boden)zu  essen, noch die Möglichkeit sie auf den Ostinsel (Lau-group) zu besuchen wahrnehmen, da uns bereits jetzt schon die Zeit davon läuft.
In der dritten Ankernacht geht der Anker auf Drift. Wunderbar! Nach einem herrlichen Penne Arabiata, ein Glas Rotwein, bis in die Socken entspannt, driftet Kalea in der böigen Dunkelheit davon. Adrenalinmässig springen wir auf und versuchen bei 25kn Windböen irgendwo im finsteren Ankerfeld einen sicheren Ankerplatz zu finden. Wohl wissend,  dass rundum diverse Bootwracks liegen. Am nächsten Morgen nach unruhigem Schlaf liefen wir, trotz starkem Gegenwind gegen Vuda Point Marina aus. Unterwegs ankerten wir hinter einem Riff und schliefen  bei spiegelglatter See und gutem Ankergrund den Schlaf der Gerechten.  Glücklicherweise erhielten wir den letzten Platz in der Marina, first come, first surf. Scallywag hiess uns an der Tankstelle herzlich willkommen. Nun konnten wir endlich ausatmen. Kaum legten wir in der Boxe an, kam uns auch schon Ingrid von Intoma freudig strahlend entgegen, die Welt ist halt doch einfach klein.


Das Dinghy kauften wir dann schlussendlich in der Baobabmarina in Denerau. Obwohl uns der Chef Brian zu japanischem Mittagessen einlud, fühlten wir uns übers Ohr gehauen.  a) das Boot war 3m inseriert in Realität aber nur 2.70m lang und b) der 15hp Motor war schlicht nicht gut eingestellt. Trotz dem 2stündigen „Profimech für Mercury Motor“ hatte sich nicht einmal gar nichts geändert.
5052 Transportmittel5054 GravelroadWir nützten unseren Marinaplatz aus, um die Insel ein wenig zu erkunden. Für 2 Tage kurvten wir zuerst in den eher savannenartigen Norden.  Auf dem Rückweg nahmen wir ein einheimisches Paar zur nächsten Stadt mit. Auch sie luden uns ein,  am nächsten Tag bei ihnen im Dorf zu Besuch zu kommen. Es war eine verlockende Idee, an einem Sonntag, wenn alle zu Hause sind, Einblick in die Traditionen zu kriegen. Der Gedanke jedoch, nochmals so weit in den Norden hinauf zu fahren schreckte uns ab.
Am nächsten Tag ging es gegen Süden. Dort besuchten wir den Wanderdünen-Park, wie auch ein altes Ford das am  Sigatoka River lag. Herrlich abgelegen, traditionelle Häuser.  Ein altes Ehepaar in Sonntagsstatt fuhr mit uns zum nächsten Dorf, weiter unten stieg eine 4 köpfige Familie ein, die bis zur nächsten Stadt mitfuhr. Die Herzlichkeit ist beeindruckend, leider sind wir in der Zwischenzeit schon fast ein wenig Reisemüde und freuen uns immer wieder auf die Rückkehr in unsere 4 Wände.

Das ganze Dinghytheater hat ermüdet. Am letzten Tag zum Abschluss noch der Rigger. Ausser Spesen nix gewesen. Er hinterliess ein Loch im Deck und hatte null und nichts geriggt. Beinahe hätte er noch fast seinen Mitarbeiter erschlagen.
5055 Vanua Levu von Oben

In der Zwischenzeit waren auch Neverland, Seabean, Caramba und Sempre Due auf Fidschi eingetroffen. Wir freuten uns alle einander wieder zu sehen.


Endlich konnten wir Segel setzen und uns noch auf ein paar „freie“ Tage in den Manukaislands freuen.  Wir beschlossen wie immer weniger ist mehr und genossen ein paar Tage auf Vanua Levu zu verbringen. Die einzige windgeschützte und unbewohnte Insel, wo wir sicher waren das Kawa Kawa Ritual umgehen zu können. Langsam trudelten die Mitsegler ein, ein paar gesellige Momente bleiben uns wunderbar in Erinnerung.

 

 

5056 Neverland Caramba Seabeans KaleaDann setzten wir auf Liku Liku über. Bei einem wunderschönen Sundowner im Resort, nahmen wir von unseren Mitseglerbooten Abschied. Neverland kriegte eine Tasche voll Geschenke für Vanuatu, da wir, obwohl noch ein wenig von Vanuatu träumend, schon da vermuteten, dass wir direkt nach Neukaledonien segeln würden. In dieser Bucht erstrahlte eines der intaktesten Korallenriffe in allen Farben seit dem Roten Meer, eine Vielfalt, die nur staunen liess. Leider scheuchten uns die gewaltigen Böen am nächsten Tag wieder weg. Der driftende Anker von Suva lag uns immer noch im Nacken. Was sich dann dummerweise vor Vuda Marina wiederholte.

Am nächsten Morgen warteten und warteten wir aufs Ausklarierungspersonal.  Martin sass immer vorne am Wasser auf Schiffsbeobachtung , da wir wussten, dass der Ankerhalt  nicht der Beste war. Was geschah, natürlich driftete Kalea plötzlich unter Starkwind davon. Action Pur. Martin rannte zum Dinghy, blochte raus, Iris liess sich vom Marinapersonal um zu helfen notfallmässig raus bringen. Wellen, Windböen, Action. Zum Glück erlaubte uns die Marina  für ein paar Stunden an der Einklarierungsboje festzumachen. So konnte Martin als Kapitän in Ruhe wieder am Land auf das Ausklarierungspersonal warten.

Gegen Abend liefen wir gegen Neukaledonien aus. Unterwegs funkten uns noch Boz und Denny an, die wir seit Fakarava kaum mehr gesehen hatten. Sie werden auch bald die Segel gegen Westen setzen.
Am 4. September erreichten wir wohlbehalten "Nouvelle Caledonie".

Das Königreich Tonga

Malo e lelei

5040 Schuluniform BoysDas Einklarieren in der im Südpazifik gelegenen Inselgruppe Ha’apai, Tonga wählten wir anhand von Informationen, die uns letztes Jahr SY Sula zukommen liess. Die schlichte und herzliche Prozedere können wir nur bestätigen.
Nachdem wir kurz vor Mittag im offiziellen Büro an Land vorsprachen, war klar dass die Offiziellen erst nach dem Mittagessen zu uns aufs Boot kommen werden. So hatten wir genügend Zeit um Tonga Dollar in der nahe gelegenen Cash Maschine rauszulassen und bei Magda ein wirkliche feines Mittagessen zu geniessen.
Pünktlich um 13.30h meldete sich der Custom auf Kanal 16 VHF. Lionel holte sie an der Mole mit dem Dinghy ab. Das Einsteigen war für die eher fülligen bis übergewichtigen Tongaer nicht gerade einfach, dort auf unser Boot umzusteigen war schon fast kriminell. Die Tongaer essen gerne, viel und vor allem traditionell sehr kalorienreich (Yams und Kokosöl). Obwohl dicke Menschen auf Tonga immer noch als schön gelten und das Gesunde verkörpern, führte der Staat ein Programm zur Ernährungsberatung ein und animierte  die Bevölkerung zu mehr Sport. Dem 1918 geborenen König selbst gelang es in den frühen 1990er Jahren, sein Gewicht um 70 Kilogramm von vormals ca. 210 Kilogramm zu reduzieren.
Einklarieren ging schnell. Das Einzige was uns verblüffte,  war die Reaktion der  Immigration auf unsere Aussage, dass wir ca. 1000 US$ Cash an Bord hätten. Dies sei sehr viel Geld und wir könnten in den Verdacht kommen,  dass wir Drogen verkauft hätten. Unsere Argumente, dass 330 $ pro Person nicht viel Geld seien wurde nicht wirklich gehört. Dass er uns trotzdem vertraute, war sicher auch, dass Crew wie Schiff einen Tadellosen Eindruck hinterliessen. Es hat sich schon oft bewährt, sich und das Schiff aufgeräumt und geputzt zu präsentieren. Im Notfall noch ein paar frisch gebackene Guezis auf den Tisch und jeder noch so kritische Beamte fühlt sich sofort wie zu Hause.
Am Land begegneten uns im Verlauf des Nachmittags einige Tongaer in ihrer typischen Bekleidung.   Je nach Alter und Gesellschaftsposition wird  ein breiterer oder schmälerer Gurt um den knielangen Rock getragen. Es wir auf eine eher züchtige und korrekte Bekleidung Wert gelegt.


5041 Sea Change ResortWährend dem wir am Nachmittag auf dem lokalen Markt unser Gemüse aufstockten, die bewährte lokale SIM Karte mit Internet kauften, vernetzte uns Magda mit dem Ecolodge Team von Uoleava. Dies hatte zur Folge, dass  wir kurzfristig 3 freie Walschnorchelplätze auf den scheinbar gut ausgebuchten Touren erhielten, doppelt wichtig da Lionel in ein paar Tagen seine Rückreise in die Schweiz antreten musste.  
5043 WalfischeDie Wale zu sichten musste jedoch zuerst verdient werden. Wir liefen relativ früh morgens aus und verbrachten den ganzen Tag auf dem Meer und suchten Stunde um Stunde den Horizont  nach einem grossen oder kleinem einstrahligen, buschigen Blas ab. Sobald diese gesichtet wurden, fuhr das Boot in die Nähe und wir geleiteten in aller Ruhe ins Wasser.  Trotzdem wir in unseren 3mm Neoprenanzüge gut eingepackt waren, frischte am Nachmittag der von der Antarktis kommende Südwind  auf und liess den Einen oder Anderen das bisschen vorhandene Windschattenwärme aufsuchen.


In Tonga ist es per Gesetz verboten,  mit den Walen ohne professionellen  Guide zu schwimmen.  Die zwischen 12 bis 15m langen Buckelwale bekannt aufgrund ihres Walgesangs und ihrer Lebhaftigkeit, kommen nach Tonga hoch um zu kalben. Das Gewicht eines ausgewachsenen Wales liegt bei 25-30 Tonnen.  Hier bleiben sie einige Wochen bis das ca. 4m lange frisch geborene Kalb gross und stark genug ist um wieder in ihre Sommerquartiere zurück zu kehren. Nachdem wir erfolgreich die Walmütter mit ihren Kälbern und zum Teil sogar mit Eskorte mit respektvollem Abstand bewunderten, kehrten wir zufrieden aber müde auf unsere Kalea zurück. Ein unvergessliches und sehr zu empfehlendes Erlebnis.


504495 Lionel am Chillen5045 Barbeque LionelAm nächsten Tag nahmen wir den Anker hoch, segelten gegen Süden zur kleinen Insel Tofanga runter und genossen die Einsamkeit. Die Hängematte wurde aufgehängt, geschnorchelt und Lionel entpuppte sich als begeisterter Naturbursche. Während dem Iris und Martin das Vorsegel von Hand flickten, sammelte er Holz, schuf einen idyllischen Barbeque Platz und liess kurz vor Sonnenuntergang per VHF hören, dass wir nun an Land kommen können um zu grillen.
Idylle pur, bis sich diese schlagartig in einen knochentiefen Schrecken umwandelte: Unser Dinghy war davon gedriftet. Es war weg. Trotzdem wir sehr schnell reagierten, war es bereits zu spät. Bei stockdunkler Nacht schwamm Martin raus aufs Schiff, dann folgte Iris, die ein wenig später Lionel mit dem Kajak und SUP an Land mit allen Grilladen an Bord holte. Die Gemüter waren schwer und traurig, unser wunderbares AB Dinghy war weg.
Ein Schiff auf der benachbarten Insel reagierte auf unseren Funkspruch und half aktiv suchen. Nix. Es war bereits zu weit weg. Da es nicht zu empfehlen war, noch während der Nacht in dieser korallenreichen Gegend die Suche mit Kalea fortzusetzen, begaben wir uns alle mit schwerem Herzen schlafen.  Am morgen früh paddelte Iris mit dem Kajak rüber zu den Lagunen um auszuschliessen dass es eventuell nur um die Ecke gedriftet war.  Denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Dann liefen wir aus und suchten im Umkreis von 20 sm mit Feldstecher den Horizont ab. Immer wieder verboten wir einander, wer wem oder sich selber,  nur Ansatzweise Vorwürfe zu machen. Das Dinghy war weg, Tatsache, schlucken, das Leben geht weiter und wie man so schön sagt, viel besser als ein Beinbruch.
Vor Ort halfen uns  diverse Segler die schlechte Nachricht zu streuen und die lokale Polizei gab es im Radio durch.

5046 KaoEin paar Tage später flog Lionel  nach Tongatapu und von dort über Fiji, Los Angeles,Paris nach Genf. Es waren 5 herrliche gemeinsame Wochen in denen wir ca. 1200 Seemeilen gemeinsam segelten. Das einzig schöne am Abschied war, dass wir uns auf ein Wiedersehen freuen können.
Ein paar Tage später klarierten wir mit Hilfe von Andrew Eye Candy in Ha’apai aus, nahmen den Anker hoch und segelten nach Fiji um so bald wie möglich ein neues Dinghy zu kaufen.