Australien

März - Mai 2019

Über Singapur flogen wir zurück nach Sydney. Dort hatte Martin für 3 Tage im Great Southern Hotel ein Zimmer mit einem sehr feinen Frühstück vorgebucht. Sogar frischen Karottensaft, herrlich, wir schlemmten wie die Fürsten.
5300 Maritime Museum5301 Opera Sydney

Trotz Jetlag spazierten wir durch die Gassen zum Maritimen Museum. Unterwegs begegneten uns tausende von Frauen, es war ein christliches Frauentreffen von ganz Australien. Auch sah man da und dort Tai Chi Wie auch politisch motivierte für Frieden meditierende in sich ruhende Asiaten. Unter Brücken, auf öffentlichen Plätzen, es war sichtbar, dass sie tief in sich ruhten.
Das Maritime Museum gab uns unter anderem einen Einblick ins U-Boot leben. Wie viele Männer auf sehr engem Raum in  bis zu 100-200m Tiefe ein fast alltägliches Leben führten. Militärisch strukturiert, verschiedener Komfort für verschiedene Hierarchien.
Am Sonntag ergatterten wir uns 2 Ticket, um die Great Opera Hits im grossen Saal der wirklich sehenswerten, zum Unesco-Welterbe gehörenden Opera von Sydney zu geniessen. Die Bauzeit des vom dänischen Architekten Jorn Utzon entworfenen Gebäudes dauerte von 1959-1973. Ein sehenswertes und unvergesslich eindrückliches Gebäude.
Nicht nur die Opera, Sydney ist es gelungen alt und neu so genial zu kombinieren, dass es eine optische Wohltat ist einfach so durch die Stadt zu schlendern.


Am 18. März flogen wir nach Gold Coast, wo uns Gavin zurück zu unserer Kalea brachte. Sie lag wohl behütet in Boatworks Coomera. Es fühlte sich gut an zumindest wieder vorübergehend zuhause zu sein. Schliefen wir doch mehr als 2 Monate auf „fremden“ Kissen.

5302 Geburtstag bei Gavin

5305 ZigZagDie ersten Tage zurück in Coomera waren wir sehr aktiv. Martins Geburtstag feierten wir mit Nadine und Gavin, dann folgte paar Tage später mit ihnen ein Ausflug in die Tambourine Mountains mit Botanicgarden, wunderbares Mittagessen im Rest. St. Bernhard (Schweizer Bernhardinerhunde lassen grüssen). Natürlich streckten wir schon mal die Fühler aus, um eine praktische Storage Unit zu finden. Dann besichtigten wir diverse Wohneinheiten, um während der Uebergangszeit zwischen Kalea und dem Landreisen ein Logi zu haben, wo wir alle unsere übriggebliebenen Sachen nochmals in Ruhe durchkämmen konnten. 3 Stappel: Einer für weg, einer um in die Schweiz zu senden und einen für unser Leben während der Landreise. Im angrenzenden Gelände zu unserem Storage liegt Ashmore Palms Holiday Village mit einem Pool, eigene Küche, Stube, Schlafzimmer und Bad. Auch in Fussdistanz gibt es eine Waschmöglichkeit. Super.


5304 Grant MartinAnfangs April ging der Verkauf von Kalea schon recht verbindlich los. Bereits per Mail (erstes Angebot erhielten wir unterwegs auf dem Flughafen in Singapur), dann ging es Schlag auf Schlag. 3. April, Interesse wurde konkret. 5.April Seatrail mit anschliessendem Survey, abends tranken wir noch auf dem Lift Champagner. Dann hatten wir noch genau 10 Tage Zeit um Kalea leer zu räumen. Eigentlich eine sehr angenehme Zeit, da es endlich vorwärts ging. Warten und nicht wissen, das ewige vielleicht segeln wir doch weiter, vielleicht aber auch nicht hatte endlich ein Ende. Mit unserem Mietauto konnten wir bereits Kiste um Kiste in die Storage Unit fahren und am 15.April, den Rest beim Umzug unser “Häuschen“. Während dieser Zeit schaute Iris gut darauf, dass wir wenigstens 1x pro Tag 1 Stunde Bewegung hatten. Unsere Teamarbeit ging fliessend und ohne grosse Holpersteine voran.
Ab und zu trafen wir bekannte Segler wie Deb & Greg von SV Kalliope, Angi & Roli von SV Scallywag, Nancy & Philip von ExSV Blue Bie, Jeanette & David von Geniet Lew, Rick von SV Duplicat viele wunderschöne Erlebnisse mit Irène & Georg mit Mia, Noah, Lino von SV Zig Zag etc. etc….
Am 19.April landeten Sam (Samantha) und Grant Wing und übernahmen Kalea, um sie als Skipper mit Crew nach Neukaledonien zu bringen. Das Geld war auf einem Sperrkonto bei Multihulll Solution zwischen gelagert. So konnten beide Seiten sicher sein, dass alles mit rechten Dingen zu und her ging.
Am 26.April segelte Martin mit der Crew und dem Skipper nach Southport um Kalea ein letztes Mal auszuklarieren. Am 30.April erreichte Kalea ohne Zwischenfälle Neukaledonien, wo am 2. Mai 2019 das Schiff offiziell an Grant Wing überschrieben wurde. Am 6.Mai löschten wir die Bootsregistrierung und fühlten uns endlich wieder einmal Sorgenfrei. Anschliessend feierten wir dies mit Nadine, Gavin, Jeanette und David im Surfclub in Southport und verschickten in alle Welt folgendes email:

 

Farewell KALEA
5309 Bye Bye KaleaSeit einigen Wochen waren wir mit dem Verkauf von Kalea beschäftig, dies war unter anderem der Grund dass wir schon lange nichts mehr von uns hören ließen.
Am letzten Freitag haben wir von unserer KALEA Abschied genommen. Sie hat am Samstag Southport Australien verlassen und segelte mit der neuen Crew nach Noumea, Neukaledonien. Vor 3 Tagen hat sie das australische Gewässer verlassen und somit konnte der Verkauf über die Bühne gehen. Der Skipper lief gestern Nacht in Noumea noch unter Schweizerflagge ein und verwandelt sich morgen in den neuen Kalea Captain respektive Eigner.  

Es war ein spezieller Moment uns von unserer KALEA zu trennen, war sie doch über 7 Jahre unser zuhause und hat uns über die Weltmeere von Südfrankreich bis nach Australien gebracht. Eine Schiffskonstruktion vom Feinsten. Die letzten Monate waren ein  Prozess. Erleichterung, Zukunftsneugier wechselten sich ab mit Wehmut und Trauer.
Wir wünschen ihr und der Crew weiterhin viel Glück auf allen Meeren. Kalea war eine gute Wahl.
Nun geht die Reise um die Welt über Land weiter. Das Off-Road-Fahrzeug ist bereits gewählt jedoch noch nicht getauft. Die Webseite wie auch unsere E-Mail Adressen bleiben bestehen. In Zukunft heisst es also, Wolken, Weite, Wüste anstelle von Wolken, Weite und Wellen.
Gegen Ende Monat beginnt die Reise in die Outbacks von Australien, mehr dazu sicher bald auf unserer Webseite.

Liebe Grüsse aus Down Under
Iris und Martin

 
5307 Ashmore PalmsParallel zum Bootsverkaufen waren wir bereits unterwegs um unseren Toyota Prado Landcruiser zu kaufen, liessen ihn bei ARB für die Outbacks ausrüsten. Besuchten eine Camper-trailer Ausstellung etwas nördlich von Brisbane und entschieden uns für einen Modcon Hybrid 3 Camper-trailer.
Den Mothersday genossen wir auf Geniet Lew mit Nadine und Gavin, flogen noch kurz für 2 Nächte nach Auckland um die 3 monatige Visaverlängerung wieder zu aktivieren. Martin pickte das VR Queens Hotel raus, das in super Fussdistanz zum Zentrum lag. Sushi, Sushi und nochmals Sushi, bis wir am Schluss nach einem französischem Restaurant lechzten.
Zurück an der Gold Coast verbringen wir noch 2 Tage mit Geniet Lew, halfen ihnen das Rigg neu zu installieren und genossen ihre Gesellschaft. Wann auch wieder wir uns wiedersehen werden, wir freuen uns darauf.
Dies war der letzte Bericht von uns fast „Sesshaften“. Bald werden wir, wie man hier so sagt: "hit the road"…..oder wie in Amerika "back on the road again",  die erste Etappe Australien zu bereisen unter die Räder nehmen und dann von unterwegs berichten.

Australien

November 18 bis Februar 19

5200 SouthportUm in Australien einzuklarieren, wählten wir Southport als Port of Entry. Dieser wurde uns von einigen Seglern empfohlen. Wie ihr noch im Bericht von Neukaledonien nachlesen könnt, bereiteten wir uns bis ins kleinste Detail vor, was sehr zu empfehlen ist. Ansonsten kostet es pro 15 Minuten zusätzlich Au$ 60.

Kaum waren Rita und Franz abgereist machten wir uns im Inneren der Küstenregion auf den Weg nach Boatworks Coomera. Dort hatten wir bereits vor Wochen einen Platz reserviert um Kalea aufs Land zu stellen. Eine Riesenliste war abzuarbeiten: Unterwasser neu streichen, Trampolin ersetzen, Dach über Cockpit erneuern, Tiefenmesser und GPS Empfänger ersetzen, Alu Antikorosion, Rigg testen, Decklicht und Windinstrument ersetzen, Motoren und Saildrive Service, Rumpf polieren, Bilgenpumpe ersetzen, Motorenräume und alle Locker auswaschen etc…


5201 BoatworksNach 2 Wochen intensiver Arbeit, wasserten wir Kalea im Fluss wieder ein. Die restlichen Arbeiten, wie das Schiff ausmisten und alles wieder neu organisieren, waren auf dem Wasser sehr viel angenehmer zu tätigen. Wir genossen auch das Sozialleben. Teresa & Brett von Seismicwave luden uns in ihr Appartement in Southport zum Barbeque ein. Auch ein herzliches Wiedersehen mit Janett David, von Geniet Lew, bei Nadine und Gavin fand statt. Waren sie doch seit Tagen wegen ärgerlichen Wartungsarbeiten am Dock von Nadine und Gavin blockiert. Seit wir einander in Panama kennen gelernt haben, ergab es sich einmal mehr, dass wir praktisch Zeit und Ortsgleich unterwegs waren.  Noumea, Chesterfield Reef, Southport und dann praktisch Nachbarn in Coomera. Sie segelten weiter nach Tasmanien.

Für uns war „The Boatworks“ in Coomera die best organisierteste Bootswerft, die wir je gesehen haben. Waschen, Wifi gratis, jederzeit können in Boatworks eigene Autos gratis benützt werden. Sogar von Freitag 4pm bis Montagmorgen 7am. Dies ist alles in den Gebühren inbegriffen. Dazu kommt, dass es praktisch nur Profis auf dem Gelände gibt. Jede Firma zeichnet sich durch Zuverlässigkeit, guter qualitativer Arbeit und Pünktlichkeit aus. Zum Arbeitskomfort kommt noch eine sehr angenehme Barbequestelle am Fluss dazu, wo wir unter anderem mit Alan, Barb & Denys, wie auch Deb & Greg lustige Stunden verbrachten. Guatemala Nana Juana en Miniatur, leider ohne Pool. Was nach dem Verschenken im Pazifik noch übrig blieb sortierten wir aus und misteten (wie in einem Haus, nach einer gewissen Zeit muss man mal entrümpeln). Ein paar Dinge schrieben wir auf „Gumtree“ aus, einen Teil  verkauften wir an einen lokalen Secondhand Händler und den Rest gaben wir als Geschenk in ein Secondhand Geschäft.

Als wir am 30. November auslaufen wollen, funktionierte der Tiefenmesser  nicht. Unglaublich aber wahr. Am Abend konnten wir dank dem super Team Kalea auswassern und über Nacht auf dem Lift abtrocknen lassen. Der Raymarine Chef himself unterbrach die Weihnachtsfeier, um uns das Teil zu installieren. Auch Toni der Besitzer von Boatworks war persönlich engagiert.

5202 unterwegs nach ManlyAm nächsten Tag motorten wir durch die Kanal Flussverästelungen nach Manly, wo wir für 2 Monate einen Hafenplatz reserviert hatten. Manly ist südlich von Brisbane, praktisch zusammengewachsen mit Brisbane und trotzdem eher eine ländliche Dorfidylle. Es hat ein Schwimmbad sowie ein öffentliches Tidenbecken. In der Royal Club Marina war es ruhig nur ein paar Einheimische, die ab und zu ausliefen, definitiv ein guter Platz um mal wieder die Seele baumeln zu lassen.

Wir bereiteten uns auf unseren Schweizerbesuch vor der am 15. Dezember in Manly eintraf. Isabelle und Damian mit Rita und Franz nisteten sich in einem Airb&b ein. Ihr Mietobjekt lag direkt oberhalb vom Hafen, somit konnten wir die ersten Wiedersehenstage mit viel Raum, Terrasse und Barbeque geniessen.  


5203 Brisbane AusflugAusflüge nach Cedar Creeck, St. Helena Island, Rainbow Beach Weihnachten, Bundaberg, Glass House Montains, Manly unternahmen wir gemeinsam. In Moreton Island waren wir über Silvester für ein paar Tage nur zu Zweit. Die Anderen fuhren weiter rauf in den Norden. Anfangs Jahr besuchten wir sie in Brisbane. Die letzten gemeinsamen Tage verweilten sie in Wynmum, was für uns ein Katzensprung war. Beide hatten ein Mietauto so machten wir einen Parkausflug und besuchten südlich von Manly auf eine kleine Halbinsel. Auch segelten wir noch zusammen auf Moreton Island und genossen das Wandern auf den grossen Sanddünen. Trotzdem wir die Ferien nicht wie angedacht zu 6 auf unserem Schiff verbrachten, war es lustig und abwechslungsreich die Zeit miteinander zu verbringen. Dadurch war ihr Besuch natürlich auch sehr vielseitig und mit Reisen verbunden, wie auch für uns endlich wieder einmal Erholung pur.

Mitte Januar motorten wir wieder nach Coomera, Nadine und Gavin guckten einmal mehr ob die Hochspannungsleitung immer noch weit genug entfernt ist. Wir hatten enorm viel Glück, dass das nicht gut montierte Propellerblatt in Manly verloren ging.  Somit konnten wir in Coomera die Garantie problemlos einfordern. Da wir durch Multihull Solution ein super günstiges Angebot erhielten, konnten wir Kalea gleich dort gut betreut am Dock lassen.

5204 Girraween National Park5205 Three SistersFür eine Woche mieteten wir denselben Typ  Campervan, wie in Neuseeland. Die Reiseroute besprachen wir bei einem wunderschönen Abendessen bei Nadine and Gavin.
Warwick – AAOK Happy Apple Resort – Girraween National Park – Texas - Cranky Rocks Recreation Reserve (15$ für Beide, pensioniert) – Sawn Rocks Picnic Area – Narrabi –Coonabarabran – Terramungabine Reserve – Dubbo City Holiday Park - Taronga Western Plains Zoo -  Mudgee –Lake Lyell Campground –Williams Lookout – Wentworth Falls – Blue Mountains – Sydney Lane Cove Campground. Nach dieser Woche waren wir bis oben voll mit wunderschönen Natureindrücken, sodass wir den Australischen Geburtstag am 26.Januar gemütlich verschliefen.

Am 29. Januar flogen wir mit der Singapur Airlines, die wir sehr empfehlen können, über Singapur nach Zürich. In den nächsten 6 Wochen genossen wir jede Minute mit unseren Kindern und Grosskindern. Iris konnte endlich wieder einmal bei einer Berufskollegin die Praxis hüten. Die ersten Tage waren so richtig eiskalt und sonnig, ein winterliches Prachtwetter. Leider mussten wir abreisen bevor am 16. März Martins 6. Grosskind „Remo“ geboren wurde. Auch konnten wir wie immer nicht alle sehen, die uns am Herzen liegen, freuen uns dafür umso mehr auf das nächste Mal.

5206 Sydney OperaWieder zurück in Sydney waren noch eine Aufführung im Opernhaus und der Besuch des Maritimen Museums auf unserer Wunschliste. Beides ist sehr zu empfehlen. Dadurch, dass man in Sydney ein sehr praktisches öffentliches Transportnetz hat, ist es ein Genuss durch die Stadtschluchten zu pilgern, dann wieder kurz die Metro oder um die Seele baumeln zu lassen auch die Fähre zu nehmen.

Wir flogen von Sydney nach Gold Coast, wo uns Gavin abholte und uns auf Kalea brachte. Es war schön wieder in unseren eigenen 4 Wänden zu sein auch wenn es nur noch auf Zeit ist. Das Schiff ist super hergerichtet, sauber und bereit für was auch immer da kommen mag. Australien ist ein guter Platz um endlich wieder mal alles so richtig instant zu stellen.

Neukaledonien

Neukaledonien erreichten wir anfangs September 2018 von Fiji.

5100 BourailGeografisch gehören die Inseln zu Melanesien. Vorläufig sind sie jedoch noch unter der Territorialhoheit des französischen Staates. Wir wussten bereits, dass Neukaledonien strengere Einklarierungsbedingungen hat, als die anderen Ueberseegebiete von Frankreich. So légère wie jedoch z. Bsp. Martinique, Guadeloupe oder auch in den Société Inselgruppen wurde es hier nicht gehandhabt. Im Gegenteil, die strengen Massstäbe sind wie in Australien. D.h. keine Frischware und im Gefrierschrank nur Original abgepacktes Fleisch. Das Basilikum flog samt Erde in den mitgebrachten grossen Kehrichtsack und unter vielen bereits gut einstudierten Entschuldigungen wanderten diverse Goodies in die Verbrennung. Iris hatte wohlweislich die rettende Jacke auf den Topf mit Aloe Vera gelegt, bis Australien wird diese Pflanze uns noch begleiten.

 


5101 PoomIn Port Moselle ist es praktisch unmöglich einen Marina Platz zu erhalten. Die Marina wird nach dem Motto bewirtschaftet: wer zuerst kommt kriegt den Platz . Da blieb uns nichts anderes übrig als hinter dem grossen Bojen Feld in Nouméa den Anker in ca. 12m zu schmeissen und mit dem Dinghi an Land zu fahren. Für die Schiffsinspektion erhielten wir einen Termin für den nächsten Tag um 15h und mussten ans Quarantänedock. Der Zoll marschierte zu 4 mit schwarzen Schnürstiefeln auf, von Ferne hätte man meinen können, dass mindestens ein Drogenring aufgeflogen ist. Na ja, die guten Lebensmittel einfach so verschwinden zu sehen, tat dann doch ein wenig weh. Wir liessen uns mit der Begründung, dass es hier immerhin noch ca. 80% endemische Pflanzen gäbe, ein wenig trösten und nahmen uns vor, dass uns dies in Australien nicht mehr passieren würde.
Bereits von weitem erblickt man die typischen steil in den Himmel ragenden Bäume aus der Familie der Araukarien Gewächse. Majestätisch und märchenhaft schmücken sie so manchen Küstenabschnitt. Dazwischen die diversen Narben der Nickelgewinnung, riesige Gebieten mit rost-bis tiefroter Erderosion.  
Endlich wieder einmal Ankommen. Unterwegs auf See hatten wir entschieden Vanuatu auszulassen, nach dem Motto: weniger ist mehr. Zumal das Einklarierungsprozedere Energieaufwändig und oft auch kostspielig ist.

5102 Wala VersammlungshausWir hatten gut entschieden. Als wir ankamen, erhielten wir von Rita und Franz den elektronischen Cruising guide von Neukaledonien, das Touristenoffice, wie auch die Informationen von Noëmi,  halfen sofort eine grosse Menge von Besichtigungs- und Besuchswünsche zu kreieren.
Wir entschieden uns noch einmal so richtig die Segle zu hiessen und die Insel der Westküste rauf bis in den Norden, über die Loyalityinseln wieder runter in den Süden zu umsegeln. Wir waren viel unterwegs, es hatte sich gelohnte. Wir kriegten einen stimmigen Quereindruck von Neukaledoniens Vielfalt.
Am 9.9. segelten wir zur Ile Isie, ein lauschiger einsamer Ankerplatz mit viel Weite und Sicht auf die Hauptinsel. Am nächsten Tag suchten wir Baurail auf, dies hatte uns Noëmi schmackhaft machte da sie in Gedanken natürlich bereits mit uns in Neukaledonien war.  Eine eindrückliche bizarre Landschaft.  Rötliche Felsen umrahmt mit den stattlichen Araukariengewächsen von denen 18 endemisch sind.
Die Bucht war gegen den Morgen wie erwartet sehr schwellig  so liefen wir beizeiten gegen Koumac aus. Ankerten hinter dem kleinen Yachthafen, genossen im lokalen Restaurant eine Gourmetküche. 2 Schulklassen waren im Yacht Club in den Ferien und durften sich unter Anleitung das Catsegeln, rudern und baden kennen lernen. Die Köchinnen und Begleiterinnen sammelten Muscheln, ansonsten sassen sie palavernd auf ihren Bastmatten unter schattigen grossen Bäumen. Die Urbevölkerung der Melanesier oder Kanaken bilden in einem Anteil von ungefähr 44% der Bevölkerung zwar eine Minderheit, trotzdem prägen sie überall das Bild mit ihrer liebevollen Herzlichkeit sowie durch die fast schwarze Hautfarbe. Iris spazierte zum Dorf und genoss die Bewegung, während Martin auf dem Schiff wieder einmal die Seele baumeln liess.
Der nächste Ankerplatz bei Poom war vorallem wegen der märchenhaften Inselumgebung schlicht einmalig. Südseestrandidylle hiess uns willkommen. Am Wegrand stand ein kleines extra für uns hingestelltes Tischchen mit reifen Früchten zum Kaufen.

Hi5103 Walaer sahen wir das erste Mal die einheimische Hüttenbauweise.
In der Baie de Walet auf  Ile d’Art, der nördlichsten Insel,  blieben wir 2 Nächte und liessen uns mit einheimischem Essen verwöhnen. Hier leben praktisch nur Kanaken.  Als erstes warteten wir beim Dorf Chef mit Geschenken auf und kriegten die Erlaubnis die Insel zu besichtigen. Wir waren froh, dass wir keine Savu Savu Zeremonie mitmachen mussten.  Durch ihn erfuhren wir, welche einheimische Frau gerne Fremde bekocht und damit einen Batzen an den Lebensunterhalt  verdient. Wir vereinbarten mit ihr ein Mittagessen für den nächsten Mittag, da wir abends das Boot am Abend nicht gerne allein liessen.
Währendem wir das Dorf besichtigten kamen uns auf der Naturstrasse  ganz viele Dorfbewohner ausgangsfreudig entgegen.  Es war Freitag, Kawa trinken und Bingo spielen ist nur über das Wochenende erlaubt. Die ca. 30 Chiefs der Insel führen ein klares Regiment.
Am nächsten Tag erwartete uns ein Riesenmenue mit frisch gefischtem Fisch, Muschelfleisch, Gemüse und Kartoffeln aus dem eigenen Garten, dies alles war am Familientisch bereits vorbereitet.
Am Nachmittag liess es sich Iris nicht nehmen, ein wenig Bingo mitzuspielen. Ueberall auf dem Boden waren die traditionellen Bastteppiche ausgebreitet, wo mehrheitlich  jüngere spielende Frauen sassen und die Kinder spielten irgendwo dazwischen geduldig wartend miteinander. Der Einsatz pro Karte war 50Rp, die Gewinnhöhe wird durch die Anzahl der Mitspieler bestimmt.
5104 MakreleNatürlich wären wir wie so oft am Liebsten noch länger dort geblieben. Die Ankunft von Noëmi und Karin nahte, so entschieden wir uns, die Segel zu hiessen und nach einem Nachtstopp auf der Iles Temaye, wo wir von Fischern mit frischen Fisch beschenkt werden wollten. Dankend lehnten wir ab, hatten wir doch selber unterwegs einen metrigen Fisch mit 4kg Fischfiletvorrat gefangen. Die Menschen hier im Norden waren mehr oder weniger nur Kanaken, schwarz wie die Nacht, oft Kraushaare und so lieb, dass man am liebsten bleiben möchte.

5105 Seestern

Dann segelten wir mit einem kurzen Abstecher über das Südseeatoll Ouvea, runter in die Anse Majic, wo wir 5 ruhige Tage an einer Boje verbrachten. Eine kleine Wanderung über die rote Erde brachte uns hoch zum Leuchtturm, Erholung pur.

 

 

 

5107 Mutter und Tochter

Am 28.9. kamen Noëmi und Karin am internationalen Flughafen an, ein inniges Wiedersehen, ist doch immer wieder schön Familie an Bord zu haben.


Wir hatten Glück und erhielten in der Port Moselle Marina einen Platz, so konnten wir die jungen Frauen mit dem Mietauto abholen, einkaufen, Landausflüge geniessen und was wunderschön war,  mit Noëmi ihren 26. Geburtstag in einem feinen Restaurant feiern.
Obwohl die Sonne im Windschatten uns sehr schnell erwärmte, durchdrang der kühle Südwind doch alle Kleider und kühlte uns sehr schnell aus. Die Entscheidung in Richtung der heissen Quellen in Prony zu segeln war schnell gefällt. Obwohl die Wolkenfetzen überall grau und ungemütlich herunter hingen, waren die Ankerplätze mit ihren satten Grünumrandungen und der roten Erde ein erfreulicher Kontrast. Sobald die Sonne nur 10 Sekunden hervorschaute wurde es einem nicht nur ums Herz wärmer. Eine kleine Wanderung und am Nachmittag einen Ausflug zu den warmen Quellen war so abwechslungsreich, dass wir alle am Abend bereits früh bei der Ile Casy in einem kleinen Naturreservat ins Bett sanken.
A5110 Port Koube Nautilusm nächsten Morgen klärte sich langsam der Himmel auf, die Südseeidylle war überall sichtbar. Noëmi, Karin  und Iris machten zu Fuss die Inseltour unter der Führung von Noëmi. Nachdem wir einige extra grosse Spinnen sahen, übernahm Noëmi schützend die Führung und tastete sich Meter für Meter mit einem langen grossen Stecken quer über die Insel,  was die Lachmuskeln der ganzen Gruppe fast bis zum Muskelkater strapazierte.
Leider war der Wind entweder gegen uns oder viel uns in den Rücken. Beide Varianten zwangen uns relativ oft den Motor zu benützen. Auf dem Weg nach Port Koube kamen wir in der Baie Quara vorbei, die Fahrt innerhalb des Riffs ging sehr nahe am Land entlang. Eine wunderschöne Gegend, endlich war die Sonne mehrheitlich da, Strandaufenthalte, die diversen Korallengärten er schnorcheln, einen Spaziergang durchs Dorf rundete die Ferienstimmung ab.


5109 Wir gehen schnorchelnFür die letzten Tage setzten wir noch auf die Ile des Pins über, wo uns die nächste Ueberraschung erwartete. Die vielen Wasserschlangen, die an Land gespült wurden waren nicht sehr beruhigend.
Vor allem durch das Wissen, dass in Biss tödlich sein kann und nur noch 20 Minuten verbleiben würden. Zum Glück sind die eigentlich wunderschönen Schlangen scheu und haben einen kleinen Kiefer, der für uns Menschen nur zwischen den Schwimmhäuten tödlich sein kann.
5111 Kuto Südseeidylle

Die idyllische herzliche und innige Zeit im Süden mit Noëmi verflog viel zu schnell. Auch mit Karin war es sehr schnell unkompliziert und die beiden jungen Frauen waren für uns eine erfrischende Abwechslung in unserem Bordleben.
Am 13.10 flogen sie wieder in die Schweiz.

 

Wir bunkerten das Schiff voll und tuckerten bevor der starke Wind kam raus auf  Ilot Maitre. Dort wurden wir von Blue Bie und Quo Vadis zu einem wunderschönen Schweizerabend eingeladen.


5114 Rita Franz

Am 15.10 kamen Rita und Franz mit der Fähre auf Ilot Maitre an. Ein paar Tagen genosseen wir Vier gemütliches Sein, gab es doch all die Neuigkeiten auszutauschen, Rita und Iris genossen die farbige Unterwasserwelt, während dem Franz sich die letzten theoretischen Details für den Hochseeschein aneignete. Dann setzten wir zum Bunkern nach Noumea über. Kaum waren wir am Anker, kamen Geniet Lew vorbei und machten uns das Chesterfield Reef so richtig schmackhaft. Obwohl die Windverhältnisse absolut dagegen sprachen, entschieden wir uns trotzdem dieses scheinbar einzigartige Reef auf dem Weg nach Southport Australien zu besuchen. Das hiess viele Meilen Motoren. Als wir ankamen, waren Geniet Lew schon dort und bald danach trudelten noch 2 Boote ein.

 

 

5115 schlafender blinder PassagierDie ganze Umgebung war einzigartig. Bereits unterwegs staunten wir ab den farbigen Blinden-Vogelpassagieren. Im Reef gab es Tausende in Kolonien. Wenn wir zu nahe zu den Nestern oder zu der Brut kamen, wurden die Vogelmütter leicht gereizt, ansonsten erinnerte uns das Szenario an den Film „die Vögel“ von Hitchcock. Unglaublich. Auch die Riesenschildkröten machten sich mit langen Schleppspuren auf den beschwerlichen Weg ihre Eier zu legen und zu guter Letzt erfreute uns die einmalige Korallenvielfalt bis ins Innerste. Endlich einmal gesunde Korallen soweit das Auge reichte, in allen Farben, Riesenmuscheln, Seeschlangen, farbige Fische sowie glasklares Wasser Am zweiten Abend luden die Crew von Golden Glow zum gemeinsamen Kinoabend auf Deck ein. Alle Variationen von Sitzgelegenheiten, Popcorn, Decken waren vorhanden. Die Crews von 4 Schiffen genossen einen gemeinsamen geselligen Abend in der Mitte des Pazifiks.

5116 Weibchen mit JungemAm nächsten Tag tuckerten wir in den Süden des Reefs,  der Südseetraum jedes Seglers wurde einmal mehr wahr. Da staunten sogar wir, die in den letzten Jahren doch so einiges an Idylle erleben durften.
Dank dem Wetterverhältnis „mussten“ wir 5 Tage dort verbringen. Nur Motoren wollten wir dann auch wieder nicht.
5117 RiesenmuschelDie ersten 24 in Richtung Southport hatten wir flache See und null Wind. Dann frischte es relativ schnell auf, die Wellen kamen aus verschiedenen Richtungen zusammen und kreierten dadurch eine unruhige See. Diese zwang dann unsere Besuchercrew kurz mal in die Knie. Zum Glück dauerte dieses Geschüttel nur 24h, die letzten Meilen und Stunden auf hoher See waren wieder alle purlimunter auf Deck und gemeinsam liefen wir in der Nacht in Southport Australien ein. Das Einklarieren begann am Morgen um 9Uhr mit der Biosecurity, es hatte sich gelohnt, dass wir alle Betten, Schränke offen und zugänglich, sowie jedes Stückchen Holz schön ausgebreitet bereit hielten. Wie überall erleichterte auch hier die Essensliste den Ablauf und alles ging sehr effizient und problemlos über die Bühne. Kostet doch jede 15 Min Extrazeit 30$. Ein paar Stunden später kamen die Bordercontroll Ladys, unkompliziert ein paar Formulare ausfüllen und wir waren einklariert. Das Ganze kostete uns 275$, dies war inklusiv Verbrennen vom nicht zur Einfuhr erlaubtem Material.
Am nächsten Tag mussten Rita und Franz den Heimflug nach 3 Wochen antreten, wir werden uns jedoch bereits Mitte Dezember wiedersehen und gemeinsam mit Isabelle und Damian einen Monat lang Australien erkunden. Bis dahin werden wir uns mindestens einen Monat lang mit Bootsarbeiten rumschlagen. Wir sind zuversichtlich, da Boatworks Coomera eine der professionellsten Boatrepair-Plätze ist. Mehr davon später.