Schweden

Unsere Reise nach Skandinavien vom 21. Mai 2022 bis 16. August 2022

Der Tag X kam, wir fuhren los. Wie immer hatten wir alle Eventualitäten mit dabei. In unserem Reiseschrumpfgebaren, zeigte sich langsam aber sicher die Lust auf Tiny Vehicle reisen. Es bleibt definitiv mehr Zeit und Raum um das Sein zu geniessen.
Wie bereits schon letzten Winter, gaben wir bei Mapps Me die „Veloroute- Landstrasse“ ohne Mautstrassen ein. Das Wetter ist uns, wie sich im Nachhinein zeigte, praktisch die ganzen 3 Monate hold. Entlang den Erdbeeren und Spargelverkaufsständen reisten wir quer durch Deutschland bis wir bei Wachenburg unser erstes Nachtlager aufschlugen.
Die Vielfalt der Dorfnamen liess uns öfters Schmunzeln. Durch Orte wie Witzhausen (Entenhausen), Lindengericht, Hauswurz, Friedland und Gross Schnee nach Adenstedt. Herrlich – Witzhausen wäre definitiv mein Favorit. Das Nachtlager am Waldrand bot viel Blick in die sommerliche Weite.
Bei 13C wurden wir von der Sonne geweckt, gefühlte 18C. Bei einem gemütlichen Frühstück genossen wir die Sonne und den Gedanken ab jetzt draussen unter freiem Himmel zu leben.
Die Fahrt ging weiter nach Fehmarn, dort trafen wir Eva und Paul. Wir bewunderten das noch aufgebockte Schiff und feierten am 24.05. bei einem feinen Abendessen Evas Geburtstag. Die Beiden logierten im Hotel, wir in unserem Caddy auf dem Camping Europa. Schön war es.
Während den nächsten Wochen waren wir, was das Wetter anbelangt, sehr erfinderisch. Mit der Wetterseite www.yr.no sahen wir praktisch auf die Stunde genau, wann es wo wieviel regnen würde. Somit konnten wir elegant mit beschleunigen oder verlangsamen die Route planen, so dass wir trocken blieben. Oder notfalls mit einem Museumsbesuch den jeweiligen Fronten ausweichen. Sehr praktisch.
Dänemark
Mit der Fähre setzten wir im Norden von Fehmarn nach Dänemark über, das Nachtlager buchten wir auf dem Campingplatz Guldborg direkt am Meer. Um die velofreundliche Stadt Kopenhagens ausgiebig mit unseren bereits um die ganze Welt gereisten Brompton Fahrrädern zu erkunden, logierten wir 2 Nächte auf dem Camping Absalon. Natürlich durfte ein Besuch in der alternativen Wohnsiedlung Freistadt Christiania nicht fehlen. Dies ist eine staatlich geduldete autonome Gemeinde. Bei einem feinen Sushi verdauten wir die ersten Eindrücke. Auf dem Weg zum runden Turm, eine ehemalige Volkssternwarte, besuchten wir das Schloss wie auch das farbige Nyhaven. In einem sonnigen Strassen-Pub mit Blick auf die von Polizei bewachte Synagoge, genehmigten wir uns ein feines dänisches Bier.

Schweden
Weiter ging die Fahrt nach Malmö, dort erwartete uns das von Ingrid und Sebastian wunderbar aufgeräumte schöne Häuschen. Iris freute sich dreifach ihre Grossnichten Lydia, Luvisa und den Grossneffen August endlich wieder in die Arme schliessen zu können. Während 4 Tagen erkundeten wir Malmö, wuschen unsere Wäsche, genossen die Familie und verwöhnten diese mit Kochen. Da der Zeitplan der anderen 2 Nichten, Kerstin und Heidi, relativ gerafft war, düsten wir hoch nach Göteborg schnappten radelnd die Fähre nach Donsö, verbrachten 1 Nacht bei Kerstin und Marcus. Nun lernten wir die vor einem Jahr geborene Vilja kennen, sie war beim letzten Besuch von Iris in Schweden noch nicht geboren. Dann ging es weiter mit der Fähre nach Göteborg zur dritten Nichte Heidi und Klas.
Das nächste Ziel war der Tiveden Nationalpark. Ein paar Kilometer vor dem Eingang genossen wir unser erstes so richtig idyllisches Nachtcamp am Lake Tisaren einem typisch schwedischen See. Herrlich überall diese Stille. Natürlich erwanderten wir den Nationalpark mit den märchenhaft überwachsenen Felsbrocken, sowie das von Urwald bewachsene Gebiet.

In der Zwischenzeit erfuhren wir, dass es an allen Tankstellen frisches Wasser gibt. In unserer Minimal-Ausrüstung, kriegen wir locker 2 Tage mit unseren 14lt Frischwasser abgedeckt hin. Erst recht, wenn noch Seewasser vorhanden ist.

5. Juni: Nachtlager auf dem Inselchen Granön, dann rüber nach Gysinge das Flottningsmuseum besuchen, weiter via Västeras zu den Anundshög Gräberfelder der Wikingerzeit. Die Anordnung der Steine ergeben die Form eines Schiffes. Weiter fuhren wir über den Höga Kusten turistväg und übernachteten oberhalb Salsaker an einem Waldrand bei heissen Temperaturen. Nächstes Camp war auf dem Fläsians Camping&Stugor. Am Morgen weiter über die eindrückliche Höga Kusten Bridge. Auf dem Weg nach Pitea besuchten wir den Umedalen Skulpturpark in Umea. Riesige Skulpturen waren überall auf einem Campusgelände verteilt. Am selben Abend holten wir den Schlüssel bei Heidis Freundin Anna ab, und nisteten uns im Kyrkstad Zimmer von Heidi und Klas in Ojebyn ein.
Das Häuschen von Heidi und Klas hat weder Strom, Wasser, noch Toilette. Für uns kein Problem. Wir schnappten unsere portable Toilette, den 10lt Wassertank und da es 24 Stunden lang hell war, benötigten wir auch keinen Strom. Diese im 18. Jahrhundert gebauten alten Häuser beherbergten die innerhalb von 20km lebenden Kirchgänger, diese waren gesetzlich verpflichtet, an der Sonntagsmesse teilzunehmen. Im Kyrkstad Dorf gibt es 3 dazugehörigen WC und Duschen, eine sogar mit Küchenecke.
Am nächsten Tag durften wir im „Storstrand Kursgard“ waschen, essen und erst noch das Internet benutzen. Gar nicht so einfach ohne Campingplätze die Wäsche zu waschen. Abends assen wir in einer von Heidi empfohlenen Paltzeria. Wir waren zum Glück vorgewarnt und bestellten nur eine Portion des mastigen feinen Essens. Zur selbigen Zeit begannen die Sommerferien. Diese wurden zum Startbeginn mit wunderschönen blumengeschmückten Kindern mit ihren Familien in der lokalen Kirche gebührlich gefeiert.
In Pitea konnten wir uns im Infocenter ausführlich über die Weiterreise informieren. Das Pic-Nic genossen wir im Park der Gammelstadt Kyrkstad und fanden auf der Weiterreise gen Norden am Fluss Kalixälven bei einer Fischerschutzhütte ein herrliches Nachtcamp. Mit unserem Minimobile fallen wir nirgends auf und fügen uns meist unerkannt in die Landschaft ein.
Am 11. Juni besuchten wir das ehemals weltberühmte Festivalgelände in Tärendöholmen und schwelgten während unserem lunch träumerisch in vergangenen Zeiten. Im Dörfli Kalixvälen unternahmen wir einen kleinen Sightseeing Spaziergang um den wunderschönen Jockfall zu genießen. Da eine Regenfront vorbeizog, besuchten wir das Icehotel in Jukkasjärvi und assen anschliessend ein feines Rentierfleisch im Hotelrestaurant. Es klarte auf und wir fanden in der Nähe von Kiruna ein einsames Nachtcamp. Tags darauf einen kurzen Ausflug nach Abisko, wandern zum Abisko Jakka Canyon, Lunch, schöne Schneeberge, Seen, einmalig idyllische Landschaftsbilder.
Dann zurück nach Kiruna auf den Ripam Camping mit Sauna. Obwohl es eher ein Parkplatz war, diente uns dieser zentral gelegene Campingplatz zum Waschen, Duschen und Sauna geniessen. Die geplante Besichtigung der Erzmine war leider ausgebucht. Folglich fuhren wir weiter nach Galliväre, dort ein wetterbedingter Kurz Lunchstop im Bahnhofgebäude. Sobald es aufklarte, besuchten wir die nahe gelegene 4 Öre Kirche Malmberet. Dies war eines der vielen Projekte um die Samen anzulocken um sie sesshaft zu machen.
Dann fuhren wir in Richtung norwegischer Grenze nach Ritsem. Wir übernachteten auf einem Plateau mit einem einmaligen Blick aufs schwimmende Eismeer, das umrahmt von den sich spiegelnden Schneebergen einsam und idyllisch in der Landschaft eingebettet war. Diese einzigartige Gegend wird uns lange in Erinnerung bleiben.
Am 14. Juni standen wir bei 7C auf und staunten nicht schlecht, dass sich das Eis über Nacht zurückgezogen hatte. Zum Frühstücken reichten uns die Temperaturen, zum gemütlichen Verweilen ist es jedoch zu kalt. In Stora Sjöfallet den obligaten Lunchstopp.
Dann weiter nach Jokkmokk ins viel gepriesene Samische Museum. Das Nachtlager bezogen wir am Fluss, genossen schön geschützt vor dem eisigen Wind durch unseren Caddy ein vorzügliches Abendessen Von Jokkmokk ging die Reise weiter nach Storforsen NP, die Perle von Norbotten. Durch die 82 Meter hohen (Höhendifferenz) Stromschnellen fliessen pro Sekunde bis zu 900 000 Liter Wasser. Früher wurde von Flössern auf diesem Fluss das Holz transportiert. Abends mieteten wir für 840kr eine Cabin. Wir mussten wieder einmal waschen, kochen, telefonieren und unsere Emails beantworten. Im nahe gelegenen Camp Gielas Arvidsjuaur genossen wir am nächsten Morgen für 50 Skr (5 CHF) pro Person ein wunderbares Frühstücksbuffet.
Langsam aber sicher haben wir den Nachtlager Dreh raus. Entweder Wind, Temperatur, Wetter oder Mückengeschützt wissen wir uns jederzeit zu helfen. Diesmal campierten wir auf einem windigen kleinen Hügel, zusammen mit der Thermacell Mückengasabwehr kein Problem.
Am 17.Juni besuchten wir die terrassenartigen Wasserfälle Trappstegsforsen und fuhren über Wildmarksvägen vorbei an Rentierherden und Schneefeldern. Unterwegs genossen wir Kaffee mit Erdbeerkuchen. Wir nahmen uns vor, mit den Menschen, die wir heute Nachmittag treffen werden, gemeinsam einen Apero zu trinken um auf den Geburtstag von Iris an zu stossen. Am See kurz vor Lidsjöberg schlugen wir unser Nachtcamp auf. Dort campierten bereits Esther und Erich aus der Schweiz. Wir holten unsere Stühle und setzten uns für einen Geburtstags Apéro zu ihnen. Unseren Caddy parkierten wir wohlweislicher weise wetterbedingt nahe am Fischerschutzhäuschen. Somit konnten wir trockenen Fusses gemütlich frühstücken. Nächstes Nachtcamp kurz vor Lidsjöberg.

Weiter ging die Reise von Stömsund, Oestersund über Vermdalen (überall Skigebiete) nach Lillhärdalen, wir mieteten wegen angesagtem stark Regen spontan eine für CHF 60.-geheizte Cabin. Im Nachhinein entpuppte sich diese Entscheidung als sehr weise.

 

Eindrücke