Finnland

| Reiseberichte

Einsame leere Strassen, ab und zu ein Rentier das gemächlich über die Strasse wanderte, Weite, Wälder und Himmel. Plötzlich zog wieder ein heftiges lokales Gewitter auf, wir bogen kurzerhand nach Tankavaara in die Goldwaschecke ab und mieteten für 2 Nächte / 75 Euro eine Cabin. Hier finden immer wieder Goldwaschweltmeisterschaften statt. Was es nicht alles gibt. Das Abendessen verzehrten wir im rustikalen Restaurant und liessen die Seele baumeln.
Rentiere grasten vor dem Häuschen, den Lunch nahmen wir auf der Kabinen Veranda ein. Am Nachmittag genossen wir einen ausgiebigen Wanderspaziergang durch den NP der so gross ist, dass er bis an die russische Grenze reicht. Obligates einkaufen, Wassertank füllen weiter ging die Fahrt gegen Rovaniemi. Die ganze Reise fuhren wir immer auf den Fahrradrouten, diesmal scheint jedoch ein spitziger Stein unter die Räder gekommen zu sein.
«Päng», Pneu wechseln. Deswegen schlugen wir unser Nachtlager am nahe gelegenen See Sinettäjärvi auf
. Es ergaben sich am Feuer bei der Schutzhütte mit Jeanette und Sven sehr angenehme Gespräche. Immer wieder eindrücklich wie unterschiedlich ehemalig Ostdeutsche und Westdeutsche zu erleben sind.
Am nächsten Tag nahm Iris noch ein ausgiebiges Bad. Abschied von den Dreien, denn in der Zwischenzeit hatte ihr Sohn Beni auch ausgeschlafen. Dann besuchten wir das sehr interessante Arktikum, welches leider zu stark mit Infos überladen ist. Am Nachmittag klapperten wir in Rovaniemi die Autogaragen ab, um heraus zu finden, wo wir am nächsten Morgen alle 4 Sommerpneus ersetzen lassen wollten. Wieder zurück am See lesen, Sonne, viele Einheimische. Als gegen Abend ein Gewitter aufstieg, nahmen wir spontan «Café complet» in der Schutzhütte ein.
Die 4 neuen Pneus wurden früh morgens montiert. Unterwegs machten wir bei einem Wasserfall einen Kurzbesuch in Auttiköngäs. Eindrücklich wie diese Schwellen mit der Holzflässerrinne reingebaut wurden. Dann besuchten wir weitere von Tapio empfohlene Plätze, wie den kleinen Käxlänkoski rapid und den Kiutaköngäs Wasserfall. Von hier wären es noch genau 30 km bis zur russischen Grenze. Am Abend übernachteten wir an einem See bei der Schutzhütte in luvelahti. Schutzhütten haben den Vorteil, dass immer auch eine Komposttoilette danebensteht. Ein wunderschöner Platz, leider kam noch ein deutsches Paar daher, das uns schlicht volltextete.  
19.7.22 Unterwegs bewunderten wir das stille Volk von Reijo Kela, die Vogelscheuchen werden von den lokalen Jugendlichen jährlich 2x neu eingekleidet. Iris kaufte hier eine wunderschöne finnische Wollmütze mit Handschuhen. Da wir die Strassennummern nicht wie immer aufmerksam überprüften, fuhren wir diesmal über viel zu viel Gravelroad.

«Welchen See nehmen wir heute?» In der Nähe von Joensuu 37km südlich auf der 6, dann 7.6km SW am See Ylemmäisenjärvi wurden wir fündig. Duschen, zum z Nacht feine Pilzravioli, eine Schutzhütte für uns allein, einfach wunderschön. Am 20.7. donnerten frühmorgens die Militärjets beim Flugmanöver (zum Glück nur Manöver) über unseren Köpfen hinweg. Hühnerhaut gab es trotzdem und akustisch war es ganz schlimm.   
Dann ging es mit dem «Doppelmayer Bändli» aus Thun rauf auf die «Bergstation» der sehr zu empfehlenden Kolimountains. Kleine Wanderung durch die Kolilandschaft, gemütlicher Lunch mit Blick über die typisch finnische Seenplatte. Das Nachtlager bezogen wir südlich von Joensuu auf der Halbinsel am See Uimaranta. Ein Vater mit Sohn lief aus um zu fischen, ansonsten waren wir allein. Die beiden kamen wohl sehr spät zurück, wir schliefen längst. Dies ist der Vorteil des hohen Nordens. Die ganze Nacht ist es hell.
21.7. Ein Bad im See, denn um 10 Uhr war es bereits schon 24 °C. Wir Zwei waren bereits schon so abgehärtet, dass sich die steigenden Temperaturen echt heiss anfühlten. Wir fuhren gegen Kerimäki, schauten uns unterwegs die Kirche an und lunchten im Burgpark von Savonlinna. Die Finnen hatten eindeutig Ferien. Überall Familien mit Kindern und Grosseltern. Diese «Touristen» störten uns überhaupt nicht, im Gegenteil es ist interessant sie zu beobachten. Zufällig waren wir gerade auf der Burginsel als sie die Burgbrücke öffneten, so dass das Kursschiff durchfahren konnte. All die vermeintlichen Seen, an denen wir in den letzten und auch kommenden Tagen übernachteten, gehören zu einem Riesensee, der über 150km nach Norden reicht. Dann fuhren wir über die 4063 nach Imatra.
Dann ging es echt in die Pampa tief in den Wald hinein bis wir an einem sehr lauschigen Plätzchen campierten. Warmes sonniges Wetter, wir gemütlich im Halbschatten, überall Blaubeeren. Da es praktisch keine Mücken hatte genossen wir diese Idylle doppelt. Mit Seewasser wurde die Wäsche gewaschen, eine Leine gespannt, super bequemes Nachtlager in unserem Miniminivan. Das Leben in der Natur ist schlicht ein Genuss. Es war nicht ganz so einfach am 22.7. diese Idylle zu verlassen. Unterwegs einen kurzen Zwischenstopp im Park vom Valtionhotelli, das von einem Zaren gebaute Anwesen. Von hier sind es noch genau 7 km bis an die russische Grenze. Dort gemütlich im Schatten sitzend, genossen wir den täglich von Iris bereits beim Frühstück vorbereiteten Lunch. Frühstück bereitete meist Martin vor, das Abendessen war meist ein Gemeinschaftswerk. In Lappeenranta bewunderten wir noch kurz die Sandfiguren. Es war zu heiss um zu verweilen, sogar für uns von der Südsee abgehärteten.
Wir pickten uns im Camp4night einen Platz im kühlen Halbschatten auf der Halbinsel Hiidensaari am Kanalsee raus. Eine riesige Wiese, ein Plumpsklo und ein erfrischendes Bad. Gemäss «www.yr.no» sollte es morgen früh leicht regnen. Dies kümmerten uns nur insofern, dass wir die Stühle und den Tisch schon mal wegpackten, so dass wir früh morgens trocken losfahren konnten. Gefrühstückt wurde im Tankstellenshop, der ein reichhaltiges Frühstücksbuffet anbot. Da wir gerade einen Tisch mit Steckdose hatten, erledigten wir gleich noch alle anstehenden Internetsachen.
Der Besuch in Lahti begann auf dem P mit einem Sandwich. Dann mit dem Lift hoch auf den weltberühmten Sprungschanzenturm, wo wir das uns vertraute Schweizerdeutsch hörten. Eine Familie mit 2 aufgeweckten Buben bereicherte diesen Ausflug. Im Ticket inbegriffen war eine Fahrt hinunter mit dem Zweier Sässelilift. Schnell ein Ice Cream essen und dann wieder hochfahren. Dieser Lift wird im Winter benötigt um die Skispringer hoch zu transportieren. Das Wetter lotste uns Richtung Süden, wo wir am Pukettisaari See bei Sonne ein erfrischendes Bad genossen. Geduscht wurde mit einem Schlauch an einem eigenartigen Fischputztisch. Einheimische Kinder badeten, eine herrliche Ferienstimmung. Wiedermal ein kleines Velotürli für Iris. Gemütlich hinter dem Badehäuschen eingenistet schliefen wir schön Windgeschützt. Nun holte uns ein kurzer Nieselregen doch noch ein. So frühstückten wir im Umkleidehäuschen. Auf unserem kleinen Spaziergang durch die nahegelegenen fruchtbaren Felder im Süden Finnlands, sahen wir Erbsen und Hafer gedeihen.
Am 24.7.ging es Richtung Porvoo. Es war 16.5 °C. Wir fanden einen megaschönen Platz am Meer. Das Wasser ist praktisch Süsswasser, gegenüber der Nordsee 3.5% hat das Wasser nur etwa 0.3-0.7% Salzgehalt. Super weiches Wasser.
Am Porvomeer gemütlich gefrühstückt. Iris bereitete die Wäsche vor.
Dann fuhren wir nach Helsinki um von Eeva wärmstens empfangen werden. Zum Abendessen kam auch Tapio nach Hause. Eeva hatte ein feines Rentierfleisch Gericht vorbereitet. Wir durften waschen, Eeva kriegte eine LD und schlafen konnten wir im 1. Stock im Haus. Herrlich die Beiden ein paar Tage erleben zu dürfen. In den nächsten Tagen kriegten wir sehr viel von Finnland und den jeweiligen Gebräuchen mit. Martin erhielt von Tapio ausgiebigen Lachszubereitungs-Unterricht. Iris therapierte an Eeva rum, der Garten wurde genossen. Nach einem Velotürli sassen wir abends gemeinsam gemütlich im Keller vor dem Cheminée. Dahinter war gleich die Sauna und wir tranken feinen eigen gekelterter Apfelwein. Kurzbesuch von Helsinki mit der Metro, latschten die Esplanada runter zum Markt als uns ein eisiger Wind in den Starbucks zwang. Dann noch 2 Kathedralen und nach einem gemütlichen Zwischenpizza Stopp sofort wieder heim. Wir waren in der Zwischenzeit relativ Museums- und Attraktionsmüde. Stille, Ruhe und Natur genossen wir hingegen sehr. Zuhause erwartete uns geräucherter Weissfisch was zur Folge hatte, dass auch Martin eine Box mit Holzschnipsel kaufte, die für diese Art Zubereitung benötigt wird. Am dritten Tag feiner Forellenrogen mit creme fraîche, Pfeffer und Zwiebelringli. Dann feuerte Tapio die Sauna im Keller ein. Ausgekühlt wurde mit Apfelwein vor dem Cheminée. Am 29.7. genossen wir mit Eeva zum Abschied noch einmal einen gemeinsamen lunch, dann fuhren Martin und ich schon mal gegen Westen los.
Am nächsten Tag trafen wir Tapio, Sohn Micko und Katja am Hafen von Taalintehdas, um gemeinsam mit Tapio 3 Tage im Archipel auf Isohukka zu segeln.
Am Freitagabend pickte Iris einen wunderschönen Platz direkt am See Skögängsgölen aus der Karte, WC, Tisch und Bank fürs z Nacht und erst noch mit einer Treppe mitten zwischen die Seerosen. Ganz viele Einheimische kamen noch her um ein Abend Bad zu geniessen. Eine deutschsprechende Finnin schwatze mit uns fröhlich vor sich hin. Es hatte Blueberries bis zum Abwinken.
Am 30.7. übernahmen wir das Schiff. Assen zu 5 gemütlich im Hafen Restaurant, der uns bedienende Kellner stammte ursprünglich aus der Schweiz. Dann segelten wir mit gutem Wind auf die Privatinsel (Segelclub) Kistskäret. Leider war die Sauna bereits ausgebucht. Das Boot Irene, das wir mit Eeva und Tapio in den Touamotus kennengelernt haben, wurde von ihnen gemeinsam mit der Hilfe der ganzen Familie gebaut. Hingegen Isohukka war ursprünglich ein Rennboot und nur einen Teil des Innenausbaus haben sie selber hinein gebaut. In Helsinki hat Tapio eine grosse Werkstatt, ob dies Holz, Metall oder Plexiglas ist, alle Maschinen sind vorhanden. Am nächsten Tag, gemütliches Segeln zur nächsten Insel. Nach einem ausgiebigen Rundgang genossen wir die gebuchte Sauna mit abkühlen im Meer und anschliessendem Barbecue. Unglaublich wie es uns gut geht. Nach weiteren Segelstunden durch den idyllischen Archipelag verabschiedeten wir uns herzlichst von Tapio und übergaben in Käsnäs das Schiff seinem Sohn Micko. Diesmal war Andreas der Grosssohn von Tapio und Eeva mit dabei.
Ab Turku genossen wir die Archipelago Ringroad. Campiert wurde am Mustfinn Strand bei Sunnanberg. Im Wald mit Sandstrand, kochten wir ein feines Reiscurry und schliefen gemütlich in unserem 112cm breiten Bett im Caddy. Dann weiter nach Korpo, Wasser auffüllen, Kehricht entsorgen, einkaufen und auf dem Dorfplatz ein Café mit Kuchen geniessen. Nun sind auch die Finnen in den Sommerferien. Rundherum klapperten wir alles ab um einen guten Übernachtungsplatz zu finden. Fündig wurden wir auf einem relativ verwahrlosten Privatgrundstück am Wasser. Wir wuschen noch kurz unsere wichtigsten Kleider und verbrachten einen gemütlichen Nachmittag.
Am 3.7. ging es weiter über die letzten Fähren wieder ans Festland an ein von Martin herausgepickten, nur 11 Minuten von der Fähre nach Stockholm entferntem praktischen Nachtlager. Um 6 Uhr wurde aufgestanden. Wir tranken kurz Tee und Café und beim Anstehen zur Fähre assen wir unser Frühstück. Alles lief wie am Schnürchen, das einzig störende war an Bord zu gehen. Das Treppenhaus war mit hunderten von wartenden Menschen verstopft. Wie wäre dies wohl bei einer Katastrophe?? Ajaja. In unserem 100 Euro Tickets war eine 2er Kabine mit 2 Betten, Dusche und WC inbegriffen. Natürlich für diesen Preis nach innen, ohne Fenster. Die Fähre entpuppte sich als Duty Free Cruising-Schiff mit Disco, Bar, Restaurant, Spielsalon, Wellness.

Eindrücke